Entertainer Harald Schmidt äußert sich kritisch über die Debatte rund um die Bundeswehr und die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands. Im Podcast „Die Gruaberin“ mit Kabarettistin Monika Gruber spricht er über Bildbände zum zerstörten Köln nach dem Zweiten Weltkrieg. „Ich finde, das sollte man sich öfter mal angucken, wenn jetzt so eine Begeisterung herrscht, wir müssen jetzt verteidigungsbereit werden, wo es letzten Endes enden kann.“

„Es fehlt die Kategorie ‚Opa erzählt vom Krieg‘. Als ich ein Kind war, hörte man noch bei jedem Kaffee: in Russland geblieben, Bein verloren, zwei Söhne verloren“, sagt er. Das fehle jetzt.

„Nie wieder ist jetzt“ sei eine Floskel, führt Schmidt weiter an und sagt über die außenpolitische Rolle Deutschlands: „Wir haben in Europa nur eine Zuschauerrolle. Wir haben ja nichts zu entscheiden.“

Aber er hoffe, dass es für Deutschland noch lange zu keinem Verteidigungsfall komme. Zu oft höre man von der Bundeswehr, was alles fehle: „Wir haben keine Kasernen, keine Ausbilder, keine Waffen, keine Leute und keine Munition.“

Ein Grund, sich aufzuregen? Schmidt verneint. „Das meiste kann ich überhaupt nicht beeinflussen.“ Dafür gebe es eine Menge Stellvertreterdebatten, so Schmidt. Als Beispiel führt er die „Stadtbild“-Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an. Die „Aufregungsindustrie“ lasse einen da nicht im Stich. Gleichzeitig brenne es an allen Ecken und Enden weltweit.

„Und wir diskutieren über das Stadtbild. Kann man machen. Eigentlich ist es auch gut, weil dann scheinen wir keine anderen Probleme zu haben.“ So ein Thema halte sich maximal zwei bis drei Tage, „dann kommt schon der nächste Irrsinn“.

Schmidt äußerte sich auch über US-Präsident Donald Trump. Für ihn ist er ein Fernsehmann. „Ich beurteile ja nicht, was er politisch macht. Wäre auch uninteressant“, fügt Schmidt an und spricht über einen „medialen Wahnsinn“. „Vor drei Wochen treibt er das Land in den Faschismus und sie sagen: ‚Er hebelt den Rechtsstaat aus, er schlägt die Migranten, er wird uns alle mit in den Abgrund reißen.‘ Dann kommt der Frieden in Gaza: ‚Oh, wir müssen Trump anders sehen. Er ist rüde, er ist ruppig, aber um so etwas durchzusetzen, braucht man diese Eigenschaft‘.“

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