Donald Trump hat seinen umstrittenen „Friedensrat“ ins Leben gerufen. Der US-Präsident unterzeichnete auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos ein Gründungsdokument für das Gremium, in dem Kritiker einen Angriff auf die Vereinten Nationen sehen. „Jeder hier ist ein Freund von mir“, sagte er bei der Vorstellung.

Vorsitzender soll der US-Präsident selbst sein. Staaten können sich unbefristet einen Sitz sichern, wenn sie innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar zum Etat beisteuern. Wer diese Gebühr nicht zahlt, soll nur für drei Jahre im Gremium vertreten sein.

„Wir sind Zeitzeugen einer Unterhöhlung der Vereinten Nationen“, kommentierte CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter bei WELT TV.

Dutzende Länder haben Einladungen zum Eintritt in Trumps „Friedensrat“ bekommen. Manche haben ihre Teilnahme zugesagt, andere geben sich eher verhalten.

Diese Länder haben die Einladung zum „Friedensrat“ angenommen

Ägypten: Das Außenministerium schrieb: „Ägypten begrüßt die Einladung zum Beitritt zum Friedensrat.“ Präsident Abdel Fattah al-Sisi werde sie annehmen.

Albanien: Ministerpräsident Edi Rama lobte Trump, seine Initiative habe „das Potenzial, zu einem wahrhaft transformativen Modell der Friedensförderung auf globaler Ebene zu werden“.

Argentinien: „Es ist mir eine Ehre, heute Abend die Einladung für Argentinien erhalten zu haben, als Gründungsmitglied dem Friedensrat beizutreten“, schrieb Präsident Javier Milei auf X.

Kosovo: „Wir sind bereit“, schrieb Präsidentin Vjosa Osmani auf X. „Der Kosovo steht fest als Verbündeter Amerikas und ist bereit, diesen Frieden weiter voranzutreiben.“

Marokko: Das Außenministerium schrieb, König Mohammed VI. begrüße „das Engagement und die Vision von Präsident Donald Trump für die Förderung des Friedens und hat diese Einladung angenommen“.

Paraguay: „Wir übernehmen mit Stolz die Verantwortung, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten für einen dauerhaften Frieden für alle zu arbeiten“, verkündete Präsident Santiago Peña Palacios auf X.

Pakistan: Das Land freue sich darauf, „eine konstruktive Rolle im Rahmen des Friedensrates zu spielen“, teilte das Außenministerium mit.

Ungarn: Als bisher einziges EU-Land hatte Ungarn zugesagt. „Wenn es Trump ist, dann ist es Frieden“, schrieb Ministerpräsident Viktor Orbán auf Facebook. „Wir haben die ehrenvolle Einladung des Präsidenten selbstverständlich angenommen.“

Vereinigte Arabische Emirate (VAE): Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan hat die Einladung angenommen. „Seine Hoheit bekräftigte das Vertrauen der VAE in die Führungsrolle von Präsident Trump“, schrieb das Außenministerium.

Zudem haben Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Belarus, Israel, Kasachstan, Usbekistan, Kuwait, Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien, Indonesien und Vietnam ihre Zusage gegeben.

Diese Länder haben dem „Friedensrat“ zunächst eine Absage erteilt

Frankreich, Norwegen, Schweden.

Diese Länder haben - neben anderen - bisher nicht fest zugesagt

Deutschland: Berlin reagiert bisher verhalten. Außenminister Johann Wadephul zufolge gebe es noch Fragen. „Wir haben einen Friedensrat und das sind die Vereinten Nationen“, sagte er am Mittwoch.

Russland: Präsident Wladimir Putin hat nach Kreml-Angaben über diplomatische Kanäle eine Einladung von Trump erhalten. Putin sagte am Mittwoch, Russland sei bereit, die von Trump aufgerufene eine Milliarde Dollar Beitrittsgebühr für das Organ zu zahlen – allerdings nur aus den ohnehin in den USA eingefrorenen Mitteln.

Dazu haben China, Großbritannien, Italien, Kanada, Ukraine und der Vatikan bisher nicht fest zugesagt.

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