Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin für Russland mit deutscher und ukrainischer Staatsangehörigkeit hat die Bundesregierung den russischen Botschafter einbestellt. Ihm sei mitgeteilt worden, dass ein in dem Fall ebenfalls Verdächtiger ausgewiesen worden sei, der „im Auftrag von Russland spioniert hat“, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. Nach Informationen des „Spiegels“ handelt es sich bei dem Ausgewiesenen um den Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin, den stellvertretenden Militärattaché der Botschaft.
Das Auswärtige Amt schrieb auf X: „Spionage in Deutschland toleriert die Bundesregierung nicht - erst recht nicht unter dem Deckmantel des Diplomatenstatus. Wir haben heute den Botschafter Russlands einbestellt und ihm die Ausweisung der betreffenden Person mitgeteilt, die im Auftrag von Russland spioniert hat.“
Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte bei seiner Afrika-Reise, dass die „betreffende Person mit sofortiger Wirkung zur ‚Persona non grata‘ erklärt“. Das zeige, Deutschland beobachte genau, was Russland mache. „Russlands aggressives Handeln hat Konsequenzen.“
Die mutmaßliche Spionin Russlands befindet in Untersuchungshaft. Wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, setzte ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs den Haftbefehl gegen die Deutsch-Ukrainerin in Vollzug. Die Karlsruher Behörde wirft ihr vor, den russischen Geheimdienst mit Informationen versorgt zu haben.
Die Beschuldigte soll sie sich unter anderem zu Standorten der Rüstungsindustrie und geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine erkundigt haben. Dabei habe sie sich auch an ehemalige Mitarbeiter aus dem Bereich des Verteidigungsministeriums gewandt, die sie persönlich kannte.
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