Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses bestätigt, dass der Bund eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise zur Aufklärung des Stromausfalls im Berliner Südwesten ausgesetzt hat.
„Das stimmt, das ist vom Bund entsprechend gemacht worden“, sagte Spranger am Montagmorgen. Die Auslobung dieser Summe sei nach ihren Angaben ein Ausnahmefall: „Das ist ein einmaliger Vorgang. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der Bund in so einer Größenordnung und in so einer Situation es so gemacht hat.“
Mit der ungewöhnlich hoch dotierten Belohnung für Zeugenaufrufe solle die Aufklärung des mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlags gemeinsam mit den Bundesbehörden vorangetrieben werden. Ziel sei es, „mit dem BKA und der Bundesstaatsanwaltschaft aufzuklären“, erklärte Spranger. Die eine Million Euro werde nur für Hinweise ausgelobt, die zur Identifizierung der Täter führen.
Durch den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke waren vorübergehend 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Die linksextremistische Vulkangruppe bekannte sich dazu.
Das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz stuften das Bekennerschreiben als glaubwürdig ein. Darin hieß es, Stromausfälle seien „nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft“. Inzwischen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.
Nach Informationen des Verfassungsschutzes bestehen sogenannte Vulkangruppen seit dem Jahr 2011 und verüben seitdem Brandanschläge in Berlin und Brandenburg. Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, aber auch Funkmasten oder Datenleitungen, teilweise auch Firmenfahrzeuge.
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