Die US-Regierung hält sich einen Militärschlag gegen den Iran weiter offen, hofft aber auf einen Dialog mit Teheran. Präsident Donald Trump stellte Gespräche mit der iranischen Führung in Aussicht, entsandte zugleich aber ein weiteres Kriegsschiff in die Region.

Trump äußerte sich bei der Premiere eines Dokumentarfilms über seine Ehefrau Melania Trump in Washington auf die Frage von Journalisten nach möglichen Verhandlungen mit Teheran. „Das habe ich vor, ‍ja“, sagte der US-Präsident.

Trump betonte zudem erneut die Stärke der USA. „Wir sind stark, wir sind finanziell mächtig und wir sind militärisch mächtig“, sagte er. „Wir haben gerade viele sehr große, sehr mächtige Schiffe, die zum Iran fahren, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten“, fügte der US-Präsident hinzu. Trump äußerte sich jedoch nicht näher zur Art oder zum Zeitpunkt eines Dialogs. Er sagte auch nicht, wer die Verhandlungen für Washington führen würde.

Die USA hatten nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militäreinsatz gegen das Land nicht ausgeschlossen und Kriegsschiffe wie den US-Flugzeugträger USS „Abraham Lincoln“ in die Region entsandt. Am Donnerstag folgte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters und des Senders CBS ein weiterer Zerstörer. Insgesamt befinden sich damit zehn Kriegsschiffe in der Region.

Pentagon-Chef Pete Hegseth erklärte, das Militär warte nun auf Trumps Befehle: „Wir sind bereit, alles umzusetzen, was der Präsident vom Kriegsministerium ‍fordert“, sagte Hegseth.

Weißes Haus hat drei Optionen für Militärschläge

Wie die „New York Times“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, habe sich Trump in den vergangenen Tagen verschiedene Optionen für Militärschläge vorlegen lassen, sich aber noch nicht entschieden. Auch weitere Optionen würden noch ausgearbeitet und diskutiert. Über das Ziel einer möglichen Militäraktion gebe es noch keinen Konsens.

Die Zeitung nennt drei Optionen, die bisher besprochen worden seien. Die riskanteste sei, US-Einheiten in den Iran zu entsenden, um jene Teile der Nuklearanlagen zu zerstören, die die US-Luftangriffe im Juni überstanden haben. Allerdings erinnerte auch Trump schon öffentlich an die gescheiterte Spezialoperation zur Befreiung von 52 Geiseln im Iran 1980 unter Präsident Jimmy Carter – ein warnendes Beispiel.

Eine weitere Option sei eine Serie von Militärschlägen gegen Ziele der iranischen Führung mit dem Ziel, mit Unterstützung iranischer Kräfte das 86-jährige geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei zu beseitigen. Offen sei bei dieser Strategie aber, ob mögliche Nachfolger gegenüber den USA kooperativer seien.

Israel drängt die US-Regierung laut „New York Times“ auf eine dritte Option: Demnach könnten die USA und Israel gemeinsame Luftschläge gegen Irans Raketenprogramm durchführen. Nach Geheimdienstinformationen habe der Iran das Programm seit dem Zwölf-Tage-Krieg mit Israel im Juni zum Großteil wieder aufgebaut. Mit den Raketen bedroht der Iran Israel.

Ob Verhandlungen mit dem Iran weiterführen ist allerdings fraglich. 2015 schlossen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats China, Frankreich, Russland, Großbritannien und die USA gemeinsam mit Deutschland und der EU ein Abkommen mit dem Iran, dass die Nutzung der Atomenergie zu friedlichen Zwecken ermöglichen sollte.

2018 stiegen die USA während Trumps erster Präsidentschaft aus dem Deal aus –unter anderem wegen lascher Kontrollen und weil der Iran weiter an seinem konventionellen Raketenprogramm arbeitete. Trump war seitdem ein scharfer Kritiker des Abkommens, das 2025 mit der Kündigung des Iran endgültig scheiterte.

„Als Oberbefehlshaber der mächtigsten Streitkräfte der Welt hat Präsident Trump viele Optionen in Bezug auf den Iran zur Verfügung“, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses der „New York Times“. „Der Präsident hat erklärt, dass er hofft, dass keine Maßnahmen erforderlich sein werden, aber das iranische Regime sollte eine Einigung erzielen, bevor es zu spät ist.“

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