Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in Nordrhein-Westfalen gewählt würde, könnte die schwarz-grüne Landesregierung ihre Mehrheit zwar behaupten, allerdings verzeichnen beide Regierungsparteien Verluste. Die Oppositionsparteien würden zulegen. Das ist das Ergebnis des NRW-Trends, den das Umfrage-Institut Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins „Westpol“ vom 26. bis 29. Januar 2026 erhoben hat.
Die CDU von Ministerpräsident Wüst käme demnach auf 35 Prozent (-4 im Vergleich zu Juni 2025), die Grünen auf 13 Prozent (-2). Nach ihrem Rekordtief im NRW-Trend vom Juni 2025 kann sich die SPD deutlich erholen. Sie legt um vier Prozentpunkte zu und erreicht damit erstmals seit Juni 2023 wieder die 20-Prozentmarke.
Auch die AfD verbessert sich leicht, überholt die Grünen und stellt mit 15 Prozent (+1) ihren bisherigen Bestwert aus dem Juni 2023 ein. Die Linke verzeichnet leichte Verluste (-1), würde mit 6 Prozent aber den Sprung in den Landtag schaffen. Dies würde der FDP mit 4 Prozent trotz leichter Zugewinne (+1) nicht gelingen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent.
Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung hält sich weiterhin die Waage. 48 Prozent der Befragten sind unverändert zufrieden, 49 Prozent sind unzufrieden (+4 seit Juni 2025). Die Arbeit von Ministerpräsident Wüst wird etwas negativer bewertet als bei der letzten Abfrage im April 2024: 45 Prozent der Befragten sind zufrieden (-2), 38 Prozent (+2) unzufrieden.
Gut ein Jahr vor der Landtagswahl 2027 hat sich die SPD-Parteispitze mittlerweile auf Jochen Ott als Spitzenkandidaten geeinigt. Den meisten Menschen in NRW ist der SPD-Fraktionsvorsitzende bislang kein Begriff. Nur jeder vierte Wahlberechtigte (24 Prozent) traut sich zu seiner Person ein Urteil zu. Für 12 Prozent ist Ott ein guter Kandidat für die Sozialdemokraten, ebenso viele melden Zweifel an. Bei den SPD-Anhängern überwiegt das positive Urteil (26:5 Prozent) deutlich, allerdings weiß auch von ihnen eine Mehrheit mit dem Namen des SPD-Politikers bislang nur wenig anzufangen.
Das Thema Migration hat seine Alleinstellung als wichtigstes Problem aus Sicht der Befragten eingebüßt. Zwar nennen noch 26 Prozent der Befragten Zuwanderung als eins der am vordringlichsten zu lösenden Probleme.
Das sind allerdings 3 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Abfrage im April 2024. Deutlich wichtiger als vor knapp zwei Jahren bewerten die Befragten die Probleme bei Infrastruktur, ÖPNV und Verkehr. Dieses Themenfeld wird jetzt ebenfalls von 26 Prozent der Menschen genannt, ein deutliches Plus (+6) seit April 2024.
Auf Rang zwei der Probleme landet das Thema Bildung mit 21 Prozent (-4). Mit jeweils 12 Prozent kommen danach die Themen Soziale Ungerechtigkeit (+4) und Wirtschaft (+3). Innere Sicherheit kommt danach mit 10 Prozent (-3), es folgen Umwelt und Klimaschutz (7 Prozent, -5).
Lifestyle-Teilzeit fällt durch in NRW
Der CDU-Wirtschaftsflügel hat eine Debatte um die Regeln für Teilzeit-Arbeit angestoßen. Teilzeit solle künftig nur bei „besonderer Begründung“ gewährt werden, also bei der Erziehung von Kindern, der Pflege von Angehörigen oder für Fort- und Weiterbildungen. Die große Mehrheit der Befragten lehnt eine derartige Einschränkung des Rechts auf Teilzeit ab. 70 Prozent der Befragten finden den Vorschlag falsch, 24 Prozent richtig. Auch die CDU-Anhänger in NRW sind mehrheitlich (56 zu 39) dagegen.
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