Ein bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Gewahrsam genommener Fünfjähriger und sein Vater sind wieder frei. Das teilte das Büro des demokratischen Kongressabgeordneten Joaquin Castro am Sonntag mit. Eine Sprecherin des Repräsentantenhausabgeordneten, Katherine Schneider, erklärte, Vater und Sohn seien gemeinsam in ihr Zuhause im Bundesstaat Minnesota zurückgekehrt.
Castro habe sie am Samstagabend (Ortszeit) an einer Haftanstalt im texanischen Dilley abgeholt, nachdem ein Gericht ihre Freilassung angeordnet hatte. Am Sonntag habe er sie zurück nach Minnesota begleitet.
Das Kind und sein Vater waren nach ihrer Gefangennahme in einem Vorort von Minneapolis am 20. Januar in die Einrichtung in Texas gebracht worden. Aufnahmen des Jungen, die ihn umringt von Bundesbeamten mit Häschenmütze und Spider-Man-Rucksack zeigen, hatten Entrüstung über das Vorgehen der Einwanderungsbehörden unter US-Präsident Donald Trump hervorgerufen.
Das Kind soll als „Köder“ benutzt worden sein
Nachbarn und Schulvertreter sagten, die Beamten hätten das Kind als Köder benutzt. Der Junge sei aufgefordert worden, an der Tür zu klopfen, damit seine Mutter öffne. Das Heimatschutzministerium hat diese Schilderung als Lüge bezeichnet und erklärt, der Vater sei zu Fuß vor den Beamten geflohen und habe seinen Sohn im Auto in der Einfahrt zurückgelassen.
Bundesrichter Fred Biery, der die Freilassung anordnete, hatte am Samstag erklärt, der Fall habe seinen „Ursprung im schlecht durchdachten und inkompetent umgesetzten Bestreben der Regierung, tägliche Abschiebequoten einzuhalten - offenbar selbst dann, wenn damit die Traumatisierung von Kindern einhergeht“.
Während des Rückflugs nach Minnesota schrieb Castro dem Jungen einen Brief, in dem er ihm mitteilte, er habe „die Welt bewegt“. „Deine Familie, deine Schule und viele Fremde haben für dich gebetet und alles getan, um dich wieder nach Hause zu bringen“, gab Castro den Inhalt in sozialen Medien wieder. „Lass dir von niemandem einreden, dass dies nicht deine Heimat ist. Amerika wurde dank Einwanderern zur mächtigsten und wohlhabendsten Nation der Welt, nicht trotz ihnen.“
Bundesbeamte betonten, der Vater habe sich illegal in den USA aufgehalten. Der Anwalt der betroffenen Familie erklärte hingegen, der Vater befinde sich in einem laufenden Asylverfahren, das es ihm erlaube, im Land zu bleiben.
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