Kurz vor neuen Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geht US-Finanzminister Scott Bessent die Führung in Teheran scharf an. Die US-Regierung habe gesehen, wie die iranische Führung „wie verrückt Geld außer Landes“ schaffe. „Die Ratten verlassen also das sinkende Schiff“, sagte er vor einem Senatsausschuss. Bessent wertete dies als „gutes Zeichen“, dass Teheran wisse, dass das Ende nahen könne.
Die USA wollen heute im Golfstaat Oman neue Verhandlungen mit dem Iran aufnehmen, im Fokus steht das umstrittene iranische Atomprogramm. Für die Vereinigten Staaten sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, an den Gesprächen teilnehmen.
Mitte vergangenen Monats hatte sich Trump für einen Machtwechsel im Iran ausgesprochen und begonnen, das amerikanische Militär in der Region aufzustocken. Dann hatte er jedoch seine Bereitschaft für Verhandlungen signalisiert.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi fordert unterdessen „gegenseitigen Respekt“. „Gleichberechtigung, gegenseitiger Respekt und gemeinsame Interessen sind keine Rhetorik, sie sind ein Muss und die Säulen eines dauerhaften Abkommens“, erklärte Araghtschi am Freitag im Onlinedienst X. Verpflichtungen müssten eingehalten werden.
Der Iran gehe „mit offenen Augen und einer klaren Erinnerung an das vergangene Jahr in die Diplomatie“, erklärte Araghtschi. „Wir handeln in gutem Glauben und stehen fest zu unseren Rechten“, fügte er hinzu.
USA und Israel drängen auf Ausweitung der Verhandlungen
Die Gespräche sollen Araghtschi zufolge, gegen 10 Uhr (Ortszeit, 7 Uhr MEZ) in Omans Hauptstadt Maskat beginnen. Der iranische Chefdiplomat selbst war der iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge bereits am späten Donnerstagabend im Oman angekommen.
Teheran besteht darauf, dass sich die Gespräche auf die Atomfrage und die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran beschränken. Die USA und Israel drängen dagegen auf die Ausweitung der Verhandlungen, etwa auf Irans Raketenprogramm.
Westliche Staaten werfen dem Iran vor, nach der Atombombe zu streben. US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf die Führung in Teheran in den vergangenen Wochen massiv erhöht.
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, die US-Delegation beabsichtige, eine „Null-Atomkraft-Kapazität“ für den Iran zu prüfen. Zugleich warnte sie, dem US-Präsidenten stünden „neben der Diplomatie noch viele andere Optionen zur Verfügung“.
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