Die Präsidentin der UN-Generalversammlung und frühere Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat distanziert auf den Vorstoß des Präsidenten des Weltfußballverbandes (Fifa), Gianni Infantino, reagiert, Russland wieder zu internationalen Fußball-Turnieren zuzulassen. „Meines Wissens ist der russische Angriffskrieg leider noch nicht beendet“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 lehnt Baerbock ab. Ein Boykott „würde ja auch Kanada und Mexiko treffen, die ebenso Ausrichter sind“, sagte Baerbock dem RND. „Auch darüber hinaus halte ich nichts davon, notwendige politische Debatten auf dem Rücken von Sportlerinnen und Sportler auszutragen, die jahrelang auf eine Meisterschaft hingearbeitet haben.“
Forderungen nach einem Boykott der WM gibt es vor dem Hintergrund der Annexions-Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Grönland und Kanada sowie wegen des brutalen Vorgehens gegen Einwanderer.
Baerbock rief allerdings Verbände und Politik zu bedachtem Handeln auf. Verbände und Funktionäre stünden „im Rahmen von sportlichen Großereignissen in der Pflicht, dass ihre eigenen Vergabekriterien wie Pressefreiheit, Nichtdiskriminierung oder auch Einreisebestimmungen nicht mit Füßen getreten werden“, sagte Baerbock. „Und auf der Ebene gibt es natürlich auch eine politische Verantwortung, sich nicht als Claqueur auf den Rängen instrumentalisieren zu lassen, sondern sich vielmehr auch im Vorfeld klar zu positionieren.“
Die Bundesregierung hat sich jedoch nach Angaben von Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, bereits gegen einen Boykott ausgesprochen. Zur Begründung hatte sie auf die außenpolitische Linie der deutschen Regierung gegenüber den USA hingewiesen „Der Sport darf dafür nicht instrumentalisiert werden“, hieß es.
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