Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt einen Boykott der Fußball-WM ab. Er könne Forderungen nach einem Boykott nicht nachvollziehen, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich habe nämlich noch sehr genau in Erinnerung, wie die Debatten um die Fußballweltmeisterschaft in Katar liefen, und habe schon damals die Meinung vertreten: Spielt Fußball und hört auf zu versuchen, Politik zu machen. Das wäre auch mein Ratschlag für all diejenigen, die sich mit dem Thema jetzt beschäftigen.“

Dobrindt betonte allerdings, dass er den Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE, an dem sich die aktuelle Kritik an Trump derzeit nicht zuletzt entzündet, ebenfalls für kritikwürdig hält. „Die Bilder, die wir in den USA sehen, wirken auf uns alle mehr als befremdlich“, sagte der CSU-Politiker. „So ein Vorgehen ist bei professionell ausgebildeten und agierenden Polizeikräften wie in Deutschland vollkommen undenkbar und würde auch in keiner Weise von politisch Verantwortlichen geduldet.“ Ähnlich hatte sich zuvor Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) geäußert.

Auch weitere Vertreter der Bundesregierung und der Union lehnen einen Boykott bisher ab, darunter die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein. CDU-Politiker Christoph Ploß sprach von einer „Schnapsidee“. Offen für einen Boykott zeigten sich Vertreter der Grünen, die SPD-Bundestagsabgeordnete und sportpolitische Sprecherin Bettina Lugk kündigte an, nicht in die USA zu reisen. Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt.

Dobrindt: Vielzahl von Hinweisen nach Anschlag auf Stromnetz

In dem Interview äußerte sich Dobrindt auch zum Anschlag auf das Berliner Stromnetz, für dessen Aufklärung der Bund eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt hat. „Seit Auslobung der Belohnung ist eine Vielzahl von Hinweisen eingegangen“, sagte Dobrindt. „Denen geht das BKA nun nach, deswegen kann man auch jetzt noch nicht sagen, ob eine Spur dabei ist.“ Dobrindt betonte zugleich: „Klar ist aber, dass es die Belohnung nur für valide, also erfolgreiche Hinweise gibt, die also zur Ergreifung des oder der Täter führen.“

Der Innenminister hält die Belohnung, die bis zum 24. Februar befristet ist, für aussichtsreich. „Wir glauben, dass es innerhalb der linksextremistischen Szene sehr unterschiedliche Einschätzungen über den Erfolg des Anschlags gibt, in dessen Folge tausende Berliner tagelang bei Minusgraden ohne Strom und Heizung auskommen mussten“, sagte er. „Darum kann ich mir gut vorstellen, dass aus dieser Szene Hinweise auf die Täter kommen könnten.“

Belohnungen seien, erklärte Dobrindt, „grundsätzlich befristet, um deutlich zu machen, dass die Aufklärung von Kriminaldelikten nicht auf die lange Bank geschoben wird und etwaige Mitwisser keine 12 Monate Zeit haben, um zu überlegen, ob sie auf der richtigen Seite stehen wollen“. Sie seien „ein Anreiz, zeitnah notwendige Informationen zu liefern“.

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