Deutsche sind international nicht für ihren Humor bekannt. Auch Friedrich Merz gilt gemeinhin nicht als Stimmungskanone. Der Bundeskanzler kann aber offenbar auch anders – das legen zumindest Aufnahmen seines Auftritts bei einer CDU-Wahlveranstaltung im hessischen Volkmarsen vom Freitag nahe.

Darin berichtet Merz von einem seiner letzten Telefonate mit US-Präsident Donald Trump. Diesem habe er erzählt, dass die Zahl der in Deutschland gestellten Asylanträge zuletzt um 60 Prozent gesunken sei. Er spielt den Dialog dann am Mikrofon nach und lässt Trump in knarzenden Ton nachfragen: „What did you say? 60 percent?“ Ja, habe er geantwortet, und darauf sagt dann Trump in der Merzschen Interpretation: „I don‘t believe it!“ Schon da sind im Hintergrund Lacher zu hören.

Vielsagend ist allerdings, dass der Saal erst so richtig losprustet, als Merz ergänzt, bei seinem Gespräch mit Trump in der kommenden Woche werde er diesem dasselbe „nochmal mit Grafiken zeigen“. Über Trump kursieren bereits seit seiner ersten Amtszeit Geschichten, laut denen ihn lange Texte langweilen und seine Mitarbeiter sich bemühen, ihm selbst komplexe Sachverhalte in möglichst einfacher Darstellung nahezubringen.

Unklar ist, ob Merz dem US-Präsidenten mit dieser Formulierung bewusst eins auswischen wollte. So oder so erntete er für seine Darbietung neben den Lachern auch kräftigen Szenenapplaus sowie Jubel.

Merz bricht am Montagnachmittag zu seinem Besuch in die USA auf. Er trifft Trump am Dienstag im Weißen Haus. Danach ist ein gemeinsames Mittagessen geplant. Themen sind insbesondere Trumps Zollpolitik und die weitere Unterstützung der Ukraine. Nach der Eskalation im Iran-Konflikt kündigte Merz an, er wolle mit Trump auch über dieses Thema sprechen.

Es ist der dritte Besuch von Merz als Kanzler in Washington. Er war Anfang Juni vergangenen Jahres zunächst zu seinem Antrittsbesuch zu Trump gereist. Mitte August nahm er in der US-Hauptstadt dann mit anderen europäischen Staats- und Regierungschefs an einem Gipfel zur Ukraine teil.

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