Die Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft Sahhanim Görgü-Philipp (Grüne) hat ihr Amt niedergelegt, wie die Grünen und die Bremische Bürgerschaft bestätigten. Zu dem Eklat führte ein inzwischen gelöschtes Foto bei Instagram am Donnerstag nach Feierabend: Auf dem Bild posieren Görgü-Philipp und die SPD-Abgeordnete Katharina Kähler lachend mit je einem Koffer aus einer derzeitigen Holocaust-Ausstellung in der Bürgerschaft und dem Spruch „Fertig für heute“.
Ein Sprecher der Bürgerschaft sagte, bei den beiden Koffern handele es sich nicht um Originale. Sie stünden jedoch symbolisch für das Thema Deportation.
Görgü-Philipp entschuldigte sich mehrfach für die Aufnahme
Als erstes berichtet hatte der „Weser Kurier“, und auch kritische Stimmen eingeholt: „Gerade von der Vizepräsidentin der Bürgerschaft, die diese Ausstellung eröffnet hat, erwarten wir ein besonderes Bewusstsein für die Würde des Amtes und den sensiblen Umgang mit der Erinnerungskultur“, sagte etwa CDU-Politiker Frank Imhoff dem Blatt. In den sozialen Medien wurde das Posting tagelang diskutiert.
Die Opposition in der Bremischen Bürgerschaft hatte Görgü-Philipps Rücktritt als Vizepräsidentin der Bürgerschaft gefordert. Die Grünen-Politikerin hat sich mittlerweile mehrfach für die Aufnahme entschuldigt. Auf eigenen Wunsch hin, so heißt es jetzt, wird sie ab sofort nicht mehr im Vorstand des Landtags tätig sein.
Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer (SPD) und Vizepräsidentin Christina Schnittker (CDU) übernehmen ihre Aufgaben vorläufig, wie ein Sprecher der Bürgerschaft mitteilte. „Das Gremium ist arbeitsfähig.“ Es liege nun an den Grünen, eine Nachfolge vorzuschlagen. Die Bürgerschaft könnte schon in ihrer nächsten Sitzung in zwei Wochen darüber abstimmen.
Die ebenfalls am Foto beteiligte SPD-Abgeordnete hatte sich auf Anfrage der „Bild“-Zeitung so geäußert: „Das Ganze tut mir aufrichtig leid. Es war ein völliger Augenblicksaussetzer. In der Situation habe ich nicht realisiert, dass die Koffer Ausstellungsstücke sind. Das war vollkommen unangemessen, respektlos und verletzend.“ Sie entschuldige sich „zutiefst“ dafür, so Katharina Kähler weiter.
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