Kurz vor den ersten Landtagswahlen in diesem Jahr verbuchen Bundesregierung, Kanzler und die Unionsparteien einen spürbaren Zuwachs in der Wählergunst. CDU und CSU klettern in der Sonntagsfrage um zwei Punkte auf 28 Prozent und setzen sich damit deutlich von der AfD ab: Die Rechtsaußenpartei verliert im Vergleich zum Februar einen Punkt und sinkt auf 23 Prozent.

Die SPD käme auf 14 Prozent, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre – und die Grünen erreichen 13 Prozent. Die Linke landet bei neun Prozent. Das ergibt der Deutschlandtrend von Infratest Dimap im Auftrag von ARD- „Tagesthemen“ und WELT.

Auch die Zufriedenheit der Befragten mit der Arbeit der Bundesregierung wächst – allerdings weiter auf niedrigem Niveau: Im Vergleich zum Vormonat verbessert sich der Wert um vier Punkte und erreicht nun 25 Prozent. Nur bei der Anhängerschaft der Kanzlerparteien CDU und CSU zeigt sich überhaupt eine Mehrheit „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit der Regierung – 56 Prozent. Bei den Anhängern des Koalitionspartners SPD sind es noch 38 Prozent, bei den Unterstützern der Grünen 23. In der Anhängerschaft der Linkspartei und der AfD ist kaum jemand zufrieden mit der Arbeit von Schwarz-Rot: Hier sind es nur vier beziehungsweise drei Prozent.

Besonders kritisch sehen die Befragten, „wie die Regierung ihre Politik den Bürgern erklärt und vermittelt“. Hier sind nur 16 Prozent der Deutschen „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Friedrich Merz (CDU) selbst verzeichnet Aufwind: Auf die Frage, wie zufrieden sie mit der Arbeit des Regierungschefs seien, antworten 29 Prozent mit „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ – das ist ein Plus von vier Punkten im Vergleich zum Februar. Aber: Zehn Monate nach seinem Amtsantritt liegt Merz damit weiter klar hinter seinem Vorgänger Olaf Scholz (SPD) nach dessen ersten zehn Monaten als Kanzler. Im direkten Vergleich steht es 34 zu 29 Prozent für Scholz.

Spitzenreiter in der Politiker-Zufriedenheit bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der trotz Einbußen noch auf 55 Prozent Zustimmung kommt. Dahinter rangieren gleichauf Außenminister Johann Wadephul (CDU) und der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), die beide 33 Prozent erreichen. Danach folgt Merz.

Hinter ihm liegen Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit 28 Prozent sowie Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und AfD-Chefin Alice Weidel, die gleichermaßen 25 Prozent erreichen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verbucht ein Minus von fünf Punkten in der Wählergunst und damit die größten Einbußen. Sie kommt nur noch auf 13 Prozent Zustimmung.

Außenpolitische Sorgen unter SPD-Anhängern am größten

Angesichts des Beginns des Iran-Kriegs am vergangenen Wochenende sowie anderer Kriege und Konflikte fragte Infratest Dimap, wie die Deutschen die „politische Lage in der Welt für uns in Deutschland“ einschätzen. Mehr als drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger, konkret 77 Prozent, halten die außenpolitische Lage Deutschlands demnach für „bedrohlich“ oder „sehr bedrohlich“.

Am stärksten ausgeprägt ist diese Einschätzung unter Anhängern der SPD, hier kommen 83 Prozent zu dieser Bewertung. In der Anhängerschaft von CDU und CSU sind es 81. Dabei erklären 58 Prozent der Befragten insgesamt den Angriff der USA und Israels auf den Iran für „nicht gerechtfertigt“.

Und welche konkreten Sorgen treiben die Menschen auf dem Feld der Außenpolitik konkret um? Besonders verbreitet ist die Befürchtung, „dass in der Weltpolitik zunehmend das Recht des Stärkeren gilt“. Diese Angst äußern 85 Prozent der Befragten. Dass „der Iran-Krieg den internationalen Handel, unter anderem mit Öl, massiv beeinträchtigen wird“, befürchten 80 Prozent. Drei Viertel machen sich „sehr große“ oder „große“ Sorgen, dass „der Iran-Krieg auf noch mehr Länder übergreift“.

Danach folgen Sorgen um die Menschen im Iran, die Sicherheit in Europa und die Angst davor, dass „Russland in Europa weitere Länder angreift“. In diesem Punkt aber nimmt die Besorgnis in der Bevölkerung ab: Hatten im Oktober 2025 noch 63 Prozent ihre Befürchtungen vor einer Ausweitung der russischen Aggression geäußert, sind es inzwischen noch 55 Prozent.

Zur Methodik: Für den Deutschlandtrend hat Infratest Dimap vom 2. bis 4. März 1317 wahlberechtigte Bürger in 785 Telefon- und 532 Online-Interviews befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen zwei und drei Prozentpunkten.

Claudia Kade ist Politik-Chefin bei WELT.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.