Seit dem Wochenende greifen Israel und die USA den Iran an. Am Samstag wurde das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet, der seit 1989 an der Macht war. Der Iran beschießt Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
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06:31 Uhr – „Wäre Zeitverschwendung“ – Trump erwägt keine Bodentruppen
Trump zieht nach eigenen Angaben vorerst keine Entsendung von Bodentruppen in den Iran in Erwägung. „Das wäre Zeitverschwendung“, sagt er dem US-Sender NBC in einem Telefoninterview. „Sie haben alles verloren. Sie haben ihre Marine verloren. Sie haben alles verloren, was sie verlieren können.“
Die Äußerung des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi, wonach Teheran vorbereitet sei auf eine Bodenoffensive durch die USA oder Israel, bezeichnete Trump als „verschwendeten Kommentar“.
06:00 Uhr – Eurowings schickt eigenes Flugzeug zur Evakuierung nach Riad
Die Lufthansa-Tochter Eurowings schickt ein erstes eigenes Flugzeug ins Krisengebiet, um rund 150 Touristen nach Deutschland zurückzuholen. Geplant ist ein Sonderflug aus dem saudischen Riad nach Köln in der Nacht von Freitag auf Samstag, wie das Unternehmen mitteilt.
An Bord kommen Gäste des eigenen Reiseveranstalters Eurowings Holidays, die in Dubai und Umgebung gestrandet waren.
05:45 Uhr – USA treffen iranisches Schiff – Drohnenträger steht in Flammen
Nach Angaben des Chefs des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, haben die USA ein iranisches Marineschiff getroffen. Der Drohnenträger sei etwa von der Größe eines Flugzeugträgers aus dem Zweiten Weltkrieg. Centcom teilte auf X mit, dass der Drohnenträger in Flammen stehe.
Die Zahl der zerstörten und versenkten Schiffe bezifferte Cooper auf mehr als 30. In den vergangenen 72 Stunden hätten US-Streitkräfte fast 2000 Ziele tief im Iran angegriffen, darunter auch in der Nähe von Teheran. Erst in der vergangenen Stunde hätten Tarnkappenbomber vom Typ B-2 mehrere Dutzend bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 2.000 Pfund (etwa 900 Kilogramm) gegen tief verborgene Abschussanlagen für ballistische Raketen abgeworfen.
05:15 Uhr – Trump ermutigt Kurden zum Kriegseintritt
Donald Trump ermutigt iranisch-kurdische Kräfte im Irak zu Angriffen auf den Iran. „Ich finde es wunderbar, dass sie das tun wollen, ich wäre dafür“, sagt er der Nachrichtenagentur Reuters. Iranisch-kurdische Milizen haben sich bereits an der Grenze zum Iran positioniert.
04:28 Uhr – Regierung plant Evakuierungsflug aus Saudi-Arabien
Die Bundesregierung will bei ihrer Evakuierungsaktion für Deutsche aus der Golf-Region neben den Sonderflügen aus dem Oman auch einen Flug aus Saudi-Arabien anbieten. „Wir sind derzeit auch in den Planungen für einen vierten Sonderflug, dann aus Riad in Saudi-Arabien“, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU).
03:24 Uhr – Auch Repräsentantenhaus lehnt Begrenzung von Trumps Befugnissen in Iran-Krieg ab
Nach dem US-Senat hat auch das Repräsentantenhaus in Washington gegen einen Versuch gestimmt, die Befugnisse Trumps im Iran-Krieg zu beschneiden. Die entsprechende Resolution wurde mit einer Mehrheit von 219 zu 212 Stimmen in der Kongresskammer blockiert. Dabei stimmten auch einige Abgeordnete der oppositionellen Demokraten mit Trumps Republikanern.
03:12 Uhr – Israels Luftwaffe bombardiert erneut Teheran
Israels Luftwaffe greift erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Man habe eine „großangelegte Angriffswelle gegen die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in Teheran gestartet“, gab die Armee bekannt. Nähere Details wurden nicht mitgeteilt. Israels Generalstabschef Ejal Zamir hatte zuvor eine neue Phase der Angriffe gegen den Erzfeind angekündigt. „In dieser Phase werden wir das Regime und seine militärischen Kapazitäten weiter zerschlagen“, sagte Zamir. Er kündigte demnach nicht näher benannte „weitere Überraschungen“ an.
02:57 Uhr – Hisbollah fordert Israelis zur Räumung von Grenzorten auf
Die libanesische Hisbollah-Miliz fordert die israelischen Anwohner zur Räumung von Grenzorten auf. In einer auf ihrem Telegram-Kanal auf Hebräisch veröffentlichten Nachricht heißt es, dass alle Ortschaften in einem Umkreis von fünf Kilometern zur Grenze geräumt werden müssen. Die Aggression des israelischen Militärs gegen die libanesische Souveränität und Zivilisten werde nicht unbeantwortet bleiben, erklärte die Miliz weiter.
02:16 Uhr – Saudi-Arabien: Beschuss von Luftwaffen-Basis abgewehrt
Ein Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien ist Ziel eines Raketenangriffs geworden. Die Luftabwehr habe drei ballistische Raketen, die in Richtung der Prince Sultan-Basis abgefeuert worden seien, abgefangen und zerstört, teilte das saudische Verteidigungsministerium in der Nacht auf X mit.
02:05 Uhr – Syrien öffnet Luftkorridor
Syrien hat einen Luftkorridor von der nördlichen Stadt Aleppo zum Mittelmeer für ausländische Fluggesellschaften geöffnet und will damit den lahmgelegten Flugverkehr in der Region entlasten. Der Korridor solle eine sichere Flugroute für ankommende und abfliegende Maschinen bieten, sagte der Leiter der Zivilluftfahrtbehörde, Omar Hosari. Zudem seien die Flugrouten im Norden des syrischen Luftraums in Richtung Türkei wieder freigegeben worden.
01:43 Uhr – Trump-Vertrauter: „Befinden uns nicht im Krieg“
Nach Auffassung des Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, befinden sich die USA nicht im Krieg mit dem Iran. Die USA führten im Iran lediglich einen „begrenzten Einsatz“ aus, der in „Umfang und Dauer begrenzt“ sei. Die Mission sei „nahezu erfüllt“, sagte Johnson. „Wir haben nicht die Absicht, im Krieg zu sein“, sagte der enge Verbündete Trumps.
01:22 Uhr – Hotels in Bahrain bei iranischen Angriffen beschädigt
Bei iranischen Angriffen auf Bahrains Hauptstadt Manama sind nach Angaben des dortigen Innenministeriums zwei Hotels und ein Wohngebäude getroffen worden. Dabei sei „materieller Schaden“ entstanden, es sei aber niemand ums Leben gekommen, erklärte das Innenministerium im Kurzbotschaftendienst X.
01:15 Uhr – VAE erwägen Einfrieren iranischer Vermögenswerte
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ziehen einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge in Betracht, iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe einzufrieren. Die Zeitung beruft sich dabei auf mit den Gesprächen vertraute Personen.
00:40 Uhr – Hegseth: Keine Ausweitung der Militärziele im Iran geplant
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erteilt einer Ausweitung der militärischen Ziele der USA im Iran eine Absage. Es gebe keinerlei Ausweitung der Ziele, man wisse genau, was man im Iran erreichen wolle, sagte Hegseth. Zuvor hatte Trump in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die USA müssten bei der Auswahl der nächsten Führungsperson des Landes mithelfen.
Hegseth fügte hinzu, Trump rede angesichts der laufenden Militäroperation bereits „ein gewichtiges Wort mit“, wer den Iran regiere. Dem Pentagon zufolge zielt die Militäraktion darauf ab, die Offensivraketen, die Raketenproduktion und die Marine des Iran zu zerstören. Zudem soll Teheran am Bau einer Atombombe gehindert werden.
00:19 Uhr – Großteil der iranischen Raketen laut Trump zerstört
Die Luftabwehr und die Raketen des Irans sind nach der Darstellung von Donald Trump bereits ganz oder in großen Teilen zerstört. „Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Luftabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg“, sagte der US-Präsident. Zudem seien ihre Raketen zu 60 und ihre Abschussvorrichtungen zu 64 Prozent ausgeschaltet. „Sobald sie eine Rakete abschießen, wird die Abschussrampe innerhalb von vier Minuten getroffen.“
Donnerstag, 5. März
23:52 Uhr – Israel: Tötung von Chamenei „im Einklang mit dem Völkerrecht“
Israel hat die Tötung des obersten iranischen Führers als vereinbar mit dem Völkerrecht bezeichnet. Demgemäß könnten Kommandeure, „die während eines Krieges die Streitkräfte befehligen, legitime militärische Ziele darstellen“, erklärte der zuständige israelische Armeesprecher Nadav Shoshani am Donnerstag im Onlinedienst X.
23:28 Uhr – Israels Armee beginnt Angriff auf Ziele in Beiruts Vororten
Nach einem Fluchtaufruf für einen Großteil der Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Israels Militär am Abend dort Angriffe begonnen. Die Armee habe „Hisbollah-Infrastruktur“ ins Visier genommen, teilte das israelische Militär mit. Einwohner berichteten von lauten Explosionen und aufsteigendem schwarzem Rauch nach einem Angriff in dem Viertel Haret Hreik. Auch aus anderen Gegenden der Stadt gab es Berichte über zerborstene Fensterscheiben aufgrund der heftigen Explosionen.
23:13 Uhr – Weiter nahezu kein Nahost-Flugverkehr am BER
Am Flughafen BER gibt es auch weiterhin fast keine Nahost-Flüge. Die Airlines haben 15 von 16 Starts und Landungen gestrichen, wie eine Sprecherin mitteilte. Betroffen sind die Destinationen Dubai, Doha, Beirut, Riad und Tel Aviv.
Ein Abflug am Freitagabend nach Dschidda ist bislang noch vorgesehen. In die saudi‑arabische Hafenstadt gab es bereits in der ganzen Woche Verbindungen.
22:55 Uhr – Iran will Raketen mit Streumunition auf Israel abgefeuert haben
Irans Luftstreitkräfte haben in zwei neuen Wellen Raketen auf Israel gefeuert. Dabei seien auch Gefechtsköpfe mit Streumunition zum Einsatz gekommen, berichtete der staatliche iranische Rundfunk. „Raketenregen auf dem Weg nach Tel Aviv“, betitelte der Rundfunk ein Video, das Leuchtspuren der sogenannten Clustermunition zeigen soll. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst.
Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist. Israels Armee hatte dem Iran bereits zuvor vorgeworfen, Streubomben auf Israel abgeschossen zu haben.
22:53 Uhr – Iranische Mädchenschule laut Bericht während US-Angriffen getroffen
Die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am Samstagmorgen ist einem US-Bericht zufolge während US-Angriffen auf eine nahegelegene Militäranlage erfolgt. Eine Auswertung der „New York Times“ von Satellitenbildern, verifizierten Videos und Beiträgen in den sozialen Medien habe ergeben, dass das Schulgebäude durch einen präzisen Schlag schwer beschädigt worden sei, der zeitgleich mit Angriffen auf einen angrenzenden Marinestützpunkt stattgefunden habe. Dieser werde von Irans Revolutionsgarden betrieben.
Die „New York Times“ legt sich in ihrem Bericht jedoch nicht fest, dass der Angriff tatsächlich von US-Streitkräften ausgeführt wurde. Die Regierung habe den Angriff weder dementiert noch bestätigt, hieß es weiter.
Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen.
22:18 Uhr – Französischer Rückholflug kehrt wegen Raketenbeschuss um
Ein zur Rückholung gestrandeter Franzosen Richtung Dubai gestarteter Air France-Flug hat wegen Raketenbeschuss in der Region umkehren müssen. „Diese Situation zeugt von der Instabilität in der Region und der Komplexität der Rückholaktionen“, sagt Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot. Die Regierung hatte das Flugzeug gechartert, um französische Staatsbürger zurück nach Paris zu fliegen.
„Wir sind uns der berechtigten Erwartungen unserer Landsleute vor Ort voll bewusst, aber ihre Rückkehr kann nur unter garantierten Sicherheitsbedingungen erfolgen“, sagt der Minister. Air France hatte den in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium geplanten Flug am Nachmittag angekündigt. „Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage am Zielort wird dieser Rückholflug ausgesetzt“, hieß es dann einige Stunden später. „Die Sicherheit unserer Kunden und Besatzungsmitglieder hat für uns oberste Priorität.“
21:17 Uhr – Nato verstärkt Raketenabwehr
Die Nato hat nach dem Abschuss einer in Richtung Türkei fliegenden iranischen Rakete ihre Abwehrbereitschaft erhöht. Die Allianz habe ihre Raketenabwehr im gesamten Bündnisgebiet verstärkt, erklärte der Sprecher des obersten Nato-Kommandos in Europa, Martin O'Donnell, am Donnerstag in Online-Netzwerken. Sie solle auf diesem „erhöhten Niveau“ bleiben, bis die Bedrohung durch die „wahllosen Angriffe des Iran in der gesamten Region“ nachlasse. Einzelheiten zu den vorgenommenen Änderungen könne er aus operativen Gründen nicht nennen.
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