Die AfD zieht nach Angaben ihrer Partei- und Fraktionschefin Alice Weidel in Betracht, bei der Bundespräsidentenwahl 2027 erneut einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Grund dafür sei auch die deutlich stärkere Präsenz der Partei in der Bundesversammlung infolge jüngster Wahlerfolge. Darüber berichtet der Berliner „Tagesspiegel“.

„Die Alternative für Deutschland tritt grundsätzlich dafür ein, den Bundespräsidenten direkt durch das Volk wählen zu lassen. Da eine Mehrheit für eine entsprechende Grundgesetzänderung derzeit nicht absehbar ist, werden wir uns sicherlich wieder Gedanken über einen geeigneten Kandidaten machen“, sagte Weidel dem Blatt. Dieser solle das Land zusammenführen, statt es zu spalten.

Nach Berechnungen der Plattform „wahlrecht.de“ könnte die AfD in der Bundesversammlung 2027 rund 258 der insgesamt 1260 Sitze erhalten. Damit würde sie deutlich stärker vertreten sein als bei der Wahl 2022, als sie 151 der 1472 Wahlleute stellte. In der neuen Bundesversammlung könnte die AfD sogar erstmals die SPD als zweitstärkste Kraft ablösen. Die CDU/CSU käme der Hochrechnung zufolge auf etwa 435 Wahlleute, die SPD auf rund 252 bis 253. Die Grünen würden etwa 193 Sitze stellen, die Linke etwa 78.

Die Bundesversammlung tritt am 30. Januar 2027 im Bundestag zusammen. Das Gremium besteht aus allen Bundestagsabgeordneten sowie einer gleich großen Zahl von Vertretern der Länder, die von den Landtagen entsandt werden. Insgesamt umfasst die Versammlung 1260 Mitglieder und hat ausschließlich die Aufgabe, das Staatsoberhaupt zu wählen. Die Sitzung wird von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) geleitet.

Bei den vergangenen Bundespräsidentenwahlen stellte die AfD bereits eigene Kandidaten auf. 2022 nominierte sie den Ökonomen Max Otte, der 140 Stimmen erhielt und gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier unterlag. 2017 trat Albrecht Glaser für die Partei an und erhielt 42 Stimmen. Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten 2027 nicht erneut kandidieren.

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