Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstagmorgen 15 Räumlichkeiten von mutmaßlichen Mitgliedern der rechtsextremistischen Terrorvereinigung "Letzte Verteidigungswelle" durchsuchen lassen. Der Bundesanwaltschaft zufolge handelt es sich um insgesamt zehn Beschuldigte. Durchsuchungen gab es demnach in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
In Sachsen wurden demnach Objekte in Dresden, dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, dem Vogtlandkreis und dem Landkreis Zwickau durchsucht. In Sachsen-Anhalt fand die Razzia im Burgenlandkreis statt.
Die Behörde erklärte, den Beschuldigten werde die Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Es bestehe der Verdacht, dass sie sich der "Letzten Verteidigungswelle" zwischen April und Dezember 2024 angeschlossen hätten.
Einer von ihnen soll eine Führungsfigur der Gruppe gewesen sein.
Gegen zwei Beschuldigte werde außerdem wegen gefährlicher Körperverletzungen ermittelt. Die Durchsuchungen dienten dazu, bestehende Verdachtsmomente zu erhärten, Festnahmen gab es heute keine.
Gruppe versuchte Brand- und Sprengstoffanschläg
Die Gruppe versteht sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe als "letzte Instanz zur Verteidigung der deutschen Nation". Ihr Ziel sei gewesen, durch Gewalttaten einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen. Insbesondere zählten dazu Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. Diese sollten sich demnach vor allem gegen Migranten und politische Gegner richten.
Zu den angeklagten Taten gehört ein nächtlicher Brandanschlag auf ein Kulturzentrum in Altdöbern in Brandenburg im Oktober 2024. Neben dem Anschlag in Altdöbern sollen einige der Beschuldigten laut Anklage im Januar 2025 nachts Feuerwerkskörper in eine Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Schmölln geschossen haben. Am Tatort hinterließen sie demnach nationalsozialistische Symbole.
Mehrere Beschuldigte sollen darüber hinaus Überfälle auf Menschen verübt haben, die sie als "pädophil" einstuften. Diese wurden durch Täuschung zu Treffen gelotst, bei denen sie geschlagen und getreten wurden.
2025 war die Bundesanwaltschaft bereits einmal mit Durchsuchungen und Festnahmen gegen die "Letzte Verteidigungswelle" vorgegangen. Seit März 2026 läuft am Oberlandesgericht in Hamburg ein Prozess gegen sieben Verdächtige. Auch ihnen wird eine Mitgliedschaft in der Gruppe vorgeworfen. Zudem stehen versuchter Mord, Verabredung zum Mord und gefährliche Körperverletzung in der Anklage.
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