Katarina Barley, SPD-Vorstandsmitglied, sollte sich bei Markus Lanz zu den Wahlniederlagen der SPD äußern und kämpfte dabei sehr mit ihren Antworten. „Da gehen Sie zu weit“, widersprach die SPD-Politikerin in der ZDF-Sendung Markus Lanz, als dieser vom „Untergang“ ihrer Partei sprach – räumte aber zugleich ein: „Ich will die Situation überhaupt nicht kleinreden. Das ist sehr ernst.“

Barley versuchte zu relativieren und verwies auf Rheinland-Pfalz: „Wir sind bei 26 Prozent. Also es ist jetzt nicht, als wären wir bei 5,5 Prozent.“ Letzteres war das Ergebnis der Sozialdemokraten in Baden-Württemberg. Gleichzeitig kritisierte sie „diese Weltuntergangsszenarien“, die ihrer Partei zugeschrieben würden.

Lanz zeigte sich davon unbeeindruckt. „Aber das kann man sich ja nicht mehr schönreden, was da passiert“, sagte er.

„Nein, will ich auch gar nicht“, entgegnete Barley. Ihre Antwort: „Wir haben dieses Land (Rheinland-Pfalz, Anm.) 35 Jahre lang regiert – und ich finde auch: sehr gut regiert.“

Für Lanz passte das nicht zu den aktuellen Verlusten: „Das sehen die Wähler ja offensichtlich anders.“ Als Barley weiter argumentierte, wurde der Moderator schärfer im Ton: „Das ist ja albern!“

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz mussten die Sozialdemokraten deutliche Stimmverluste hinnehmen. Nach 35 Jahren an der Spitze des Landes räumt die SPD nun die Staatskanzlei. Die CDU gewann deutlich.

Unterstützung bekam Lanz von Journalist und WAMS-Kolumnist Robin Alexander, der ein düsteres Bild der SPD zeichnete. Die Partei reihe seit Jahren „Niederlage an Niederlage“ und sei vielerorts kaum noch präsent. „Eigentlich braucht man jetzt eine Botschaft: Was ist der Plan?“

Barley reagierte gereizt: „Was erwarten Sie von mir?“ Alexander konterte: „Sie sind im Vorstand, Sie sind im Fernsehen! Sie können doch den Plan sagen!“

Barley, die auch Vizepräsidentin des EU-Parlaments ist, nannte daraufhin verschiedene Punkte: „Wir brauchen ein neues Asylsystem. Wir brauchen eine offene Migrationspolitik, für die, die kommen, um arbeiten zu wollen.“ Doch während sie weiter nach Worten rang, um ihre Position klarzumachen, geriet die Politikerin ins Stocken: „Ich gebe zu, das ist mir noch nie passiert. Ich gebe zu, ich bin auch ein bisschen angefasst.“

Barley, die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, gehört dem SPD-Vorstand an

Lanz hielt fest: „Es fällt Ihnen gerade schwer, Ihre eigene Partei zu verteidigen.“ Barley wies das zurück. In Rheinland-Pfalz habe die SPD „richtig gute Politik gemacht“, sagte sie wieder. Lanz fragte daraufhin: „Ist das wirklich das, was Sie denken?“ Barley antwortete: „Ja, absolut.“

„Die Bilanz von Olaf Scholz war gar nicht schlecht“

Die SPD-Politikerin erklärte, dass „die Bilanz von Olaf Scholz gar nicht schlecht“ gewesen wäre, nur das Image von ihm als Kanzler und dieser Regierung sei aus ihrer Sicht „eine Katastrophe“ gewesen.

Daraufhin begann Lanz, Barley mit einer langen Aufzählung von Problemen zu konfrontieren – vom Verlust von Industriejobs über steigende Arbeitslosigkeit bis hin zu Migration, Bürgergeld und Schwierigkeiten im Bildungssystem. „Das macht was mit Leuten, die morgens aufstehen“, sagte er und führte aus, wie sich diese Entwicklungen auf das Vertrauen vieler Bürger ausgewirkt hätten.

Zwischendurch stellte er eine kurze Frage: „Sehen Sie das anders?“ Barley setzte an: „Also beim Thema Bürgergeld sehe ich es tatsächlich anders. Das Bürgergeld geht ja …“ Noch während sie sprach, unterbrach Lanz sie: „Lassen Sie uns weitermachen, lassen Sie uns über Bildung sprechen“ – und setzte seinen Vortrag fort.

Über mehrere Minuten hinweg kam Barley kaum zu Wort. Lanz zitierte Beispiele von Problemschulen. Barley entgegnete Lanz mit Aufzählungen, für was sich die SPD aktuell einsetzt. Und fordert daraufhin: „Nennen Sie mir eine Partei, die mehr macht als wir!“

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