Die schwarz-rote Koalition steht zunehmend unter Zugzwang: Die Wahlergebnisse sind schlecht, ebenso die Wirtschaftslage. Viele Bürger fürchten, dass die Bundesregierung vorzeitig platzt. Das geht aus einer Insa-Umfrage im Auftrag von „Bild“ hervor.

Demnach glauben 41 Prozent der Befragten, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) noch vor der regulär nächsten Bundestagswahl 2029 zerbricht. 38 Prozent sagen hingegen: Das Bündnis hält. 18 Prozent haben die Frage nicht beantwortet.

Ein vorzeitiges Ende der Koalition erwarten vor allem Wähler der Grünen (49 Prozent) und der AfD (67 Prozent). Wähler der SPD (51 Prozent) und Union (70 Prozent) gehen hingegen davon aus, dass die Regierung bis zum Ende der regulären Legislaturperiode durchhält.

SPD rutscht in weiterer Umfrage ab

Noch eine weitere Umfrage liefert schlechte Nachrichten für Schwarz-Rot: Im ZDF-„Politbarometer“ verlieren die Sozialdemokraten an Prozentpunkten, die AfD zieht wieder mit der AfD gleich.

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würde die SPD nur noch 13 Prozent (minus 2 Prozent) erreichen – der schlechteste Wert seit Anfang 2024. Einen niedrigeren Wert verzeichneten die Sozialdemokraten noch nie im „Politbarometer“.

CDU/CSU und AfD lägen mit jeweils 26 Prozent gleichauf (keine Veränderung bei der Union, plus 2 Prozent bei der AfD). Die Grünen kämen auf 15 Prozent (plus 3 Prozent), die Linke auf 10 Prozent (minus 1 Prozent).

Die Umfragewerte im Überblick:

  • Union: 26 Prozent (unverändert)
  • AfD: 26 Prozent (plus 2)
  • Grüne: 15 Prozent (plus 3)
  • SPD: 13 Prozent (minus 2)
  • Linke: 10 Prozent (minus 1)
  • Sonstige (FDP, BSW, etc.): 10 Prozent (minus 2)

Auch für die beiden SPD-Vorsitzenden gibt es schlechte Umfragewerte: Eine Mehrheit der Deutschen und der SPD-Anhänger traut Lars Klingbeil und Bärbel Bas nicht zu, die SPD aus der Krise zu führen. Angesichts der schlechten Ergebnisse der Partei bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gaben 75 Prozent der Befragten des ZDF-„Politbarometers“ an, Klingbeil und Bas seien nicht dazu in der Lage, die Partei wieder auf Kurs zu bringen.

Von denjenigen Befragten, die nach eigenen Angaben SPD-Anhänger sind, sehen 56 Prozent das genauso. Nur 17 Prozent der Deutschen beziehungsweise 29 Prozent der SPD-Anhänger setzen in dieser Frage Hoffnungen in den Vizekanzler und Finanzminister sowie die Arbeitsministerin.

Fast die Hälfte der SPD-Anhänger (48 Prozent) sprach sich laut ZDF-„Politbarometer“ dafür aus, dass linke Positionen eine größere Rolle in der Partei spielen sollen. 22 Prozent wünschen sich dafür eine weniger große Rolle. Bei allen Befragten fällt das Meinungsbild in diesem Punkt eher gespalten aus: Die Zahl der Menschen, die sich einen linkeren Kurs der SPD wünschen (37 Prozent), ist fast genauso hoch wie die Zahl der Menschen, die weniger linke Standpunkte der Partei für den richtigen Weg hält (36 Prozent).

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es in der Überschrift, eine Mehrheit der Befragten erwarte ein vorzeitiges Ende von Schwarz-Rot. Korrekt ist: Es sind 41 Prozent der Befragten. Wir haben die Überschrift angepasst.

Das Institut Insa befragte nach eigenen Angaben 1005 Personen. Die Umfrage zum „Politbarometer“ wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 24. bis 26. März 2026 bei 1206 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte.

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