Bei seinem Besuch in Ungarn wenige Tage vor der dortigen Parlamentswahl attackiert J.D. Vance die Europäische Union. Der US-Vizepräsident warf den Behörden in Brüssel „Wahl-Einmischung“ vor.

Mit seiner Visite wolle er „ein Zeichen an alle senden, besonders an die Bürokraten in Brüssel“, sagte Vance Journalisten am Dienstag in Budapest bei einer Pressekonferenz mit Ministerpräsident Viktor Orbán. Diese hätten „alles in ihrer Macht Stehende getan, um das ungarische Volk kleinzuhalten, weil sie den Regierungschef nicht mögen, der sich tatsächlich für das ungarische Volk einsetzt“.

„Was in diesem Land geschehen ist, mitten im Wahlkampf, ist eines der schlimmsten Beispiele ausländischer Einflussnahme, die ich je gesehen oder auch nur gelesen habe“, befand Vance. Brüssel habe versucht, die ungarische Wirtschaft zu zerstören und seine Energieunabhängigkeit zu schwächen. „Sie haben versucht, die Kosten für ungarische Verbraucher in die Höhe zu treiben, und all das haben sie getan, weil sie diesen Mann hassen“, sagte Vance.

„Ich werde den Menschen in Ungarn nicht vorschreiben, wie sie wählen sollen“, sagte Vance. „Ich würde den Bürokraten in Brüssel raten, genau dasselbe zu tun.“

Vance war am Dienstagvormittag in Ungarn eingetroffen, wo er vom ungarischen Außenminister Péter Szijjártó empfangen wurde. Die Reise gilt als Geste der Unterstützung für Ministerpräsident Orbán in der Schlussphase des Wahlkampfs. Der 41-jährige US-Vizepräsident wurde von seiner Ehefrau Usha Vance begleitet.

„Wir werden über eine Reihe von Themen im Zusammenhang mit den US-ungarischen Beziehungen sprechen“, hatte Vance vor seinem Abflug am Sonntag in Washington gesagt. Auch „Europa und die Ukraine“ würden dabei eine „ziemlich wichtige“ Rolle spielen.

Vance und seine schwangere Frau Usha werden vom ungarischen Außenminister Péter Szijjártó empfangen

Die US-Regierung hatte bereits im Februar Wahlkampfhilfe für Orbán geleistet, der enge Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin pflegt und im Ukraine-Krieg einen russlandfreundlichen Kurs fährt.

Damals reiste US-Außenminister Marco Rubio nach Budapest und stellte sich demonstrativ hinter den umstrittenen Regierungschef: „Ich kann Ihnen mit Zuversicht sagen, dass Präsident Trump sich zutiefst für Ihren Erfolg einsetzt, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg“, sagte Rubio bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orbán.

In Ungarn wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Die Fidesz-Partei des seit 2010 ununterbrochen regierenden Orbán liegt Umfragen zufolge deutlich hinter der Partei Tisza von Oppositionspolitiker Péter Magyar.

Magyar kritisierte, dass Vance nach Ungarn komme, um in den Wahlkampf einzugreifen. „Kein anderes Land darf sich in die ungarischen Wahlen einmischen. Dies ist unser Land“, schrieb er in sozialen Medien. „Die ungarische Geschichte wird nicht in Washington, Moskau oder Brüssel geschrieben – sie wird auf den Straßen und Plätzen Ungarns geschrieben.“

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