• Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen in Sachsen-Anhalt ist von Kubicki überzeugt.
  • In den Landesverbänden in Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützen ebenfalls viele Kubickis Kandidatur.
  • Auf Zustimmung stößt auch, dass Kubicki mehrere profilierte FDP-Politikerinnen mit ins Boot holen will.

Die FDP braucht eine Frischzellenkur. Kann die ausgerechnet mit einem 74-Jährigen an der Spitze gelingen?

"Das ist tatsächlich auch eine Frage, die wir uns stellen. Ob man jetzt mit 74 Jahren Aufbruch und Neuanfang verkörpern kann", sagt Sebastian Mitte, stellvertretender Vorsitzender der Jungliberalen Aktion, der FDP-Jugendorganisation in Sachsen. "Die Öffentlichkeit kann er auf jeden Fall begeistern, aber am Ende kommt es auf die Inhalte an, die dahinter stehen. Und da muss er noch überzeugen."

Zumindest eine konkrete Neuausrichtung hat Kubicki ja schon angekündigt – wenn auch keine inhaltliche, sondern eine personelle: Mehr junge Frauen sollen ins Rampenlicht. An sich eine richtige Idee, findet Mitte. "Aber ob jetzt die vielen starken Frauen, die wir auf jeden Fall in der Partei haben, unbedingt einen 74-jährigen Mann als Vortänzer an der Spitze brauchen, würde ich bezweifeln."

Jungliberale in Sachsen und Sachsen-Anhalt uneins

Deutlich weniger kritisch blickt der FDP-Nachwuchs in Sachsen-Anhalt auf Kubickis Kandidatur. Moritz Eichelmann, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, ist schon von ihm überzeugt – Alter hin oder her: "Wolfgang Kubicki hat in den letzten Jahren vor allen Dingen klar gemacht, dass er einen sehr klaren, sehr deutlichen Kompass dafür hat, was Meinungsfreiheit und Bürgerrechte angeht. Und in meinen Augen brauchen wir diesen klaren Kompass, insbesondere weil wir auch hier in Ostdeutschland merken, dass die Bürger einen sehr klaren Kompass dafür haben."

Keine Euphorie, aber Rückhalt in Landesverbänden

Das nehmen auch die FDP-Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt, Lydia Hüskens, und in Thüringen, Torsten Klöppel, wahr. Unter den Parteimitgliedern bekomme Kubicki viel Zustimmung.

Euphorie löst Kubickis Kandidatur bei Torsten Klöppel aber nicht gerade aus. Er würde sich nicht wehren, ihn als Bundesvorsitzenden zu sehen, sagt er. Und er finde es gut, dass es mit Henning Höne auch einen Gegenkandidaten gebe. "Herr Höne soll seine Chance bekommen. Er ist ein junger, aufstrebender Politiker aus Nordrhein-Westfalen." Wolfgang Kubicki wiederum sei über Jahre bekannt und man wisse, was man bekommt. Bei Höne sei das nicht der Fall. "Und ich habe das auch schon öffentlich über meine Social-Media-Kanäle und auch intern über unsere Gruppen gefordert, dass wir nur mit Wettbewerb vorankommen", so Klöppel. Höne habe sich bereits persönlich bei ihm gemeldet. Auf die Kontaktaufnahme von Kubicki warte er noch.

Laut Lydia Hüskens, FDP-Vorsitzende und Digitalministerin in Sachsen-Anhalt, handhabt man das in ihrem Bundesland wie immer. "Wir haben beide auch zu unserem Landesparteitag eingeladen, um sich zu präsentieren, sich vorzustellen. Es geht ja immer um Inhalt und Person. Und wir werden unseren Delegierten dann eine entsprechende Empfehlung geben."

Zustimmung für Kubickis Personalstrategie

Dass Kubicki den Neuanfang auch mit der Hilfe von vier profilierten FDP-Politikerinnen aus der ganzen Bundesrepublik schaffen will, halten die beiden Landesvorsitzenden für einen klugen Schachzug.

Ebenso die Jenaer Kreisvorsitzende Petra Teufel: "Das ist auf jeden Fall ein guter Mix aus verschiedenen Teilen Deutschlands – aus Ostdeutschland, aus Westdeutschland, aus Süddeutschland. Ich halte das für eine gute Sache, weil Parteiarbeit immer Teamarbeit ist."

Kubicki sei ein lautes Sprachrohr für die Freiheit und das Individuum, so Teufels Einschätzung – und er habe gezeigt, dass er Wahlen gewinnen kann.

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