Mit seiner Aussage, 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer könnten in den nächsten drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren, sorgte Friedrich Merz (CDU) beim Besuch von Syriens Machthaber Ahmed al-Scharaa in Berlin für Aufsehen und auch harsche Kritik. Eine von „Bild“ in Auftrag gegebene Insa-Umfrage zeigt nun aber, dass eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung dem Bundeskanzler recht gibt.

Laut der Umfrage, die zwischen dem 2. und dem 7. April durchgeführt wurde, fänden es 61 Prozent der Teilnehmer gut, wenn 80 Prozent der Syrer, die in den vergangenen zehn Jahren nach Deutschland gekommen sind, wieder in ihre Heimat zurückkehren würden. Lediglich 24 Prozent der Befragten lehnen die Rückkehr der Mehrheit der hier lebenden Syrer ab, 15 Prozent wollten nicht antworten oder machten keine Angabe.

Auffällig an dem Ergebnis ist laut „Bild“ zudem, dass lediglich bei Wählern der Grünen (46 Prozent) und der Linkspartei (44 Prozent) der Vorschlag auf deutliche Ablehnung stößt. In allen anderen Wählergruppen findet die Idee einer Heimkehr der Syrer demnach eine absolute Mehrheit.

Eine große Mehrheit der Teilnehmer – 78 Prozent – glaubt jedoch nicht daran, dass eine große Zahl Syrer wieder in ihre Heimat zurückkehrt. Lediglich 15 Prozent halten es für realistisch, dass 80 Prozent der Syrer das Land wieder verlassen. 7 Prozent machten keine Angabe.

Ältere stimmen Syrien-Kurs von Merz stärker zu als Jüngere

Insgesamt zeige die Umfrage: Je älter die Befragten, desto größer die Zustimmung. Während bei jungen Erwachsenen (18 bis 39 Jahre) nur rund die Hälfte eine Rückkehr befürworte, steige die Zustimmung bei Älteren (50 bis 69 Jahre) für Merz’ Syrien-Kurs mit 70 Prozent deutlich an.

Seit 2015 flohen 1,3 Millionen Syrer nach Deutschland, bis zu 250.000 von ihnen wurden bereits eingebürgert. Derzeit halten sich nach Angaben aus dem Ausländerzentralregister gut 930.000 syrische Staatsangehörige in Deutschland auf. Würden 80 Prozent von ihnen zurückkehren, wären dies rechnerisch 740.000. Zwei Drittel von ihnen – 512.348 syrische Staatsbürger – verfügen allerdings über einen Schutzstatus, beispielsweise als Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge.

Merz hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit al-Scharaa in Berlin gesagt, es sei „auch der Wunsch“ des syrischen Staatschefs, dass in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer zurückkehren. Al-Scharaa bestritt jedoch anschließend, dass die Zahl von 80 Prozent von ihm komme. Sie sei vom Kanzler genannt worden.

Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte daraufhin, es tue „nichts zur Sache, wer welche Zahl in diesem Kontext genannt“ habe. Entscheidend sei, dass sich beide Seiten bei der Notwendigkeit der Rückkehr von Kriegsflüchtlingen einig seien.

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