Die Ukraine hat Russland wenige Stunden nach Beginn Hunderte Verstöße gegen die von Kremlchef Wladimir Putin selbst angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab in Kiew teilte am Abend mit, dass er seit 16 Uhr 469 Verletzungen der Waffenruhe registriert habe.

Es habe nicht nur Hunderte Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 153 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es aber demnach nicht. Eine russische Reaktion auf die ukrainischen Vorwürfe lag zunächst nicht vor.

Die zwischen beiden Seiten vereinbarte Feuerpause über das orthodoxe Osterfest war am Samstag um 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) in Kraft getreten. Kurz vor Beginn der Feuerpause hatten Russland und die Ukraine erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei.

Kreml spricht von humanitärer Geste

Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson beklagte allerdings bereits kurz nach Beginn der Waffenruhe Drohnenangriffe und mindestens einen Verletzten. In der an die Ukraine grenzenden russischen Region Kursk berichteten die Regionalbehörden zudem von einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Tankstelle in der Stadt Lgow. Dabei seien drei Menschen verletzt worden, darunter ein Baby.

Putin hatte die Waffenruhe angeordnet, damit die Menschen in Russland und in der Ukraine das orthodoxe Osterfest feiern können. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste.

Die Ukraine und Russland hatten jeweils angekündigt, auf Beschuss des Gegners zu reagieren. Von solchen Reaktionen war aber in den offiziellen Mitteilungen zunächst keine Rede. Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Kriegsparteien bei zeitlich begrenzten Feuerpausen immer wieder massenhafte Verstöße gegen die Vereinbarungen vorgeworfen. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.

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