• Frühe Förderung soll die Leistungsunterschiede zwischen Kindern mit niedrigem und hohem sozio-ökonomischen Status entschärfen.
  • Zuletzt hatten rund ein Drittel der Erstklässler Defizite im Bereich Sprache gezeigt.

Mit bundesweiten Erhebungen des Sprach- und Entwicklungsstands will Bundesfamilienministerin Karin Prien Förderbedarfe bei Kindern frühzeitig erkennen. Die Entwicklungsstände sollten bereits im Alter von vier Jahren festgestellt werden, erklärte Prien am Dienstagabend in Berlin, um gezielte Unterstützung noch vor dem Start der Grundschule zu ermöglichen.

Frühe Förderung soll Chancengleichheit stärken

Eine solche Förderung sei gerade für Kinder mit niedrigem sozio-ökonomischen Status oder nicht deutscher Familiensprache wichtig, erklärte die Ministerin weiter. Rund zwei Drittel der Leistungsunterschiede zwischen Kindern mit niedrigem und hohem sozio-ökonomischen Status hätten sich vor Schuleintritt entwickeln. Ab Schuleintritt sind diese Unterschiede kaum noch ausgleichbar. Ein entsprechendes Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz solle möglichst 2027 in Kraft treten.

Erstklässler zeigen häufig Defizite

Bislang gibt es keine bundesweiten Erhebungen dieser Art. Jedem Land liegen aber Daten über Kinder im Schuleintrittsalter vor, die aus der verpflichtenden Schuleingangsuntersuchung (SEU) erhoben werden. Umfang, Detailtiefe und Veröffentlichungspraxis unterscheiden sich dabei allerdings unter den Ländern. In Sachsen zeigten über 37 Prozent der Kinder bei den Schulaufnahmeuntersuchungen im Schuljahr 2024/2025 Auffälligkeiten im Bereich Sprachen und Sprechen. Jeweils ein Viertel zeigte Probleme in der Hand-Augen-Koordination.

Ähnlich das Bild in Thüringen. Im Schuljahr 2024/25 zeigte fast jeder Dritte Schulanfänger laut Gesundheitsministerium und Landesverwaltungsamt Sprachdefizite. 17,2 Prozent hatten Probleme mit Beweglichkeit und Gleichgewicht. Auch die Erstklässler in Sachsen-Anhalt hatten in ihrer Schuleingangsuntersuchung 2024 Defizite beim Sprechen gezeigt. 28,8 Prozent hatten Probleme bei der Aussprache, 19,5 Prozent mit der Grammatik.

Quelle: MDR, (jeb), EPD

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