Die Bundeswehr hat im ersten Quartal dieses Jahres einen steigenden Zulauf an Bewerbern verzeichnet. Bis Ende März hätten sich rund 22.700 Menschen für eine militärische Laufbahn beworben – ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.
Auch bei den Einstellungen zeigt sich ein Anstieg: 5800 Menschen traten ihren Dienst an, zehn Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Zudem ist die Zahl der freiwillig Wehrdienstleistenden und kurzdienenden Zeitsoldaten gestiegen. Sie erhöhte sich um 13,5 Prozent auf 12.700.
Die Gesamtstärke des aktiven militärischen Personals der Bundeswehr beträgt den Angaben zufolge aktuell rund 185.400 Soldaten, ein Zuwachs von rund 3300 Menschen im Vergleich zum März 2025. Das Verteidigungsministerium wies darauf hin, dass die Gesamtpersonalstärke saisonalen Schwankungen unterliege, da insbesondere im Frühjahr erfahrungsgemäß viele Soldaten zu ihrem Dienstzeitende planmäßig ausschieden.
Das Verteidigungsministerium sprach von einem insgesamt positiven Personaltrend. „Besonders erfreulich ist dabei das hohe Interesse an der attraktiven Arbeitgeberin Bundeswehr, was sich in den hohen Bewerbungen und Einstellungsquoten widerspiegelt“, erklärte das Ministerium.
Mehr Soldaten für den Ernstfall geplant
Seit Jahresbeginn sucht die Bundeswehr aktiv mehr junge Menschen, die freiwillig Wehrdienst leisten. Hintergrund sind neue Nato-Vorgaben angesichts der erhöhten Bedrohung durch Russland. Demnach muss Deutschland bis 2035 im Krisen- und Kriegsfall rund 460.000 Soldaten bereitstellen können.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will dafür die Personalstärke der Bundeswehr bis 2035 auf rund 260.000 aktive Soldaten erhöhen. Zudem soll die Zahl der einsatzbereiten Reservisten auf 200.000 steigen und damit mehr als verdoppelt werden.
Um diese Ziele zu erreichen, sieht die ab diesem Jahr geltende Wehrdienstreform vor, dass 18-jährige Männer ab Jahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen müssen. Die Entscheidung für den Wehrdienst an sich bleibt aber vorerst freiwillig. Für Frauen sind sowohl das Ausfüllen des Fragebogens als auch die Musterung freiwillig.
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