Der neue Chef des Reservistenverbands, Bastian Ernst, ist dafür, die Altersgrenze für Reservisten anzuheben. Um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken, sollte sie von 65 auf 70 Jahre steigen, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Leute blieben inzwischen länger fit und "wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden". Und wenn man auf Seite der Jungen ein Nachwuchsproblem beklage, dann sollte man an der anderen Seite der Alterspyramide ebenfalls nachbessern.

Ernst sprach sich zugleich dafür aus, das Prinzip der Freiwilligkeit auf Seiten der Arbeitgeber aufzuheben. Aus seiner Sicht sollten sie kein Einspruchsrecht mehr haben, wenn Reservisten zu Wehrübungen eingezogen werden sollen. Die Reservisten selbst sollten aber nicht dazu gezwungen werden.

Genaue Zahl der Reservisten unklar

Die Bundeswehr soll bis 2035 auf mindestens 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie 200.000 Reservisten anwachsen. Diese Reserve soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, für den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen da sind.

Bastian Ernst ist der neue Präsident des deutschen ReservistenverbandsBildrechte: picture alliance/dpa | Elisa Schu

Wie viele Reservisten es aktuell gibt, ist Ernst zufolge derzeit unklar. Bekannt sei, dass acht bis neun Millionen Menschen bei der Bundeswehr gedient hätten und rund 60.000 Reservisten beordert, also von der Bundeswehr fest eingeplant und damit schnell verfügbar seien. Der Reservistenverband habe etwa 110.000 Mitglieder. Aufgabe der neuen Wehrerfassung werde es jetzt sein, die Zahl genau zu bestimmen, erklärte Ernst.

Am Mittwoch will Verteidigungsminister Boris Pistorius die deutsche Militärstrategie vorstellen sowie das neue Fähigkeitsprofil der Bundeswehr. Die Militärstrategie soll beschreiben, wie Deutschland Bedrohungen begegnen will.

Quelle: dpa, KNA (kjs)

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