Bundesumweltminister Carsten Schneider hat die Klimaschutz- und Energiebeschlüsse der schwarz-roten Koalition verteidigt. Der SPD-Politiker sagte MDR AKTUELL, man müsse weltweit unabhängiger werden von Öl und Gas. Der Irankrieg zeige allen Autofahrern und Flugreisenden die Abhängigkeit von Importen aus schwierigen geopolitischen Regionen. Der richtige Kurs sei daher ganz klar ein Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Die Bundesregierung habe erst vor zwei Wochen mehr Anstrengungen beschlossen, um das Ziel zu schaffen, dass bis 2030 80 Prozent der Energieversorgung aus den Erneuerbaren kommt.

Format Petersberger Klimadialog

Beim 13. Petersburger Klimadialog beraten am 21. und 22. April 2026 Vertreter von mehr als 40 Staaten, wie die Überhitzung der Erde gebremst werden kann. Zentrales Thema ist der Umstieg von klimaschädlichen Energien wie Öl, Kohle und Gas auf Erneuerbare. 

Der Klimadialog wird seit 2010 von Deutschland veranstaltet und ergänzt die UN-Klimakonferenzen. Er fand zuerst auf dem Petersberg bei Bonn statt, inzwischen aber regelmäßig in Berlin. Angekündigt sind dieses Jahr rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch aus der Wirtschaft.

Öl-Preisschock könnte Energieewende Schub geben

Kurz vor Beginn des Petersberger Klimadialogs in Berlin äußerte Schneider zudem die Erwartung, der aktuelle Energiepreisschock könne einen Schub für den Klimaschutz bringen. Es gebe Alternativen zu Öl und Gas: erneuerbare Energien, Elektromobilität und Wärmepumpen. Die schwierige Lage derzeit biete eine Chance für klimapolitische Fortschritte. Am Mittwoch redet Bundeskanzler Friedrich Merz bei dem zweitägigen Treffen.

Doch in der Bundesregierung gibt es Unstimmigkeiten über Tempo und Förderung der erneuerbaren Energien. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bekennt sich zwar im Grundsatz zu den Klimazielen, will aber die Förderung für kleine Solaranlagen sowie Entschädigungen für nicht genutzten Ökostrom kappen. Außerdem setzt die CDU-Politikerin auf neue Gaskraftwerke.

Germanwatch: Deutschland muss "Schwächeanfall" überwinden

Auch nach Einschätzung der Umweltorganisation Germanwatch könnten die hohen Energiepreise zu einem Umdenken in der Klimapolitik führen. Vorstand Christoph Bals sagte MDR AKTUELL, weltweit hätten viele Staaten beschlossen, erneuerbare Energien massiv auszubauen – darunter Indien, Thailand und Indonesien. Die EU‑Kommission schlage vor, das Ausbautempo zu beschleunigen. Bals forderte, Deutschland müsse seinen "Schwächeanfall" im Klimaschutz überwinden.

Der internationale Klimaschutz lahmt seit geraumer Zeit. Die USA sind unter US-Präsident Donald Trump erneut aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Die bisherigen Bemühungen aller Länder zur Senkung ihrer Treibhausgase genügen nicht, um das Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad zu erreichen. Bei der Klimakonferenz im brasilianischen Belém im November 2025 war kein konkreter Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien gefasst worden.

dpa, mdr aktuell (ans)

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