Der Iran hat die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump über einen drohenden Zusammenbruch des Landes informiert. Zugleich sei die Regierung in Teheran dabei, ihre Führungsfrage zu klären, erklärte Trump am Dienstag.
„Der Iran hat uns gerade mitgeteilt, dass er sich in einem ‚Zustand des Zusammenbruchs‘ befindet“, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Sie wollen, dass wir die Straße von Hormus so schnell wie möglich öffnen, während sie versuchen, ihre Führungsfrage zu klären (was ihnen meiner Meinung nach auch gelingen wird!).“ Aus dem Beitrag ging nicht hervor, wie der Iran diese Botschaft übermittelt haben könnte.
Trump steht im Inland unter Druck, den Krieg zu beenden, für den er der US-Öffentlichkeit wechselnde Begründungen geliefert hat. Seine Zustimmungswerte sind zuletzt gesunken.
Zugleich scheinen die Bemühungen zur Beendigung des Konflikts in einer Sackgasse zu stecken, da der US-Präsident mit den jüngsten Plänen aus Teheran unzufrieden ist. Hochrangige iranische Regierungsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters, der Vorschlag, den Außenminister Abbas Araghtschi am Wochenende nach Islamabad übermittelt habe, sehe schrittweise Verhandlungen vor. Dabei solle die Nuklearfrage zunächst ausgeklammert werden.
Iran besteht auf Urananreicherung
Ein erster Schritt würde die Beendigung des Krieges der USA und Israels gegen den Iran erfordern sowie Garantien, dass die USA diesen nicht wieder aufnehmen können. Anschließend sollten die Unterhändler die Seeblockade der US-Marine gegen den iranischen Handel aufheben und die Zukunft der Straße von Hormus klären, die der Iran unter seiner Kontrolle wieder öffnen will. Erst dann würden bei den Gesprächen andere Themen behandelt, darunter der langjährige Streit über das iranische Atomprogramm. Dabei besteht der Iran aber auf das Recht auf eine Urananreicherung.
Die Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Friedensbemühungen in dem Konflikt, bei dem Tausende Menschen ums Leben gekommen sind, sind zuletzt geschwunden, seit Trump am vergangenen Wochenende einen Besuch seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner beim Vermittler Pakistan abgesagt hat. Der iranische Außenminister Araghtschi reiste in dieser Zeit zweimal nach Islamabad. Er besuchte zudem den Oman und reiste am Montag nach Russland, wo er Präsident Wladimir Putin traf und Zusagen der Unterstützung erhielt.
Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten beraten sich
Unterdessen trafen sich die Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten am Dienstag in Saudi-Arabien zum ersten Mal persönlich, seit ihre Länder zu einer Frontlinie im Iran-Krieg geworden sind. Einem Insider zufolge zielte das Treffen darauf ab, eine Reaktion auf die Tausenden iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auszuarbeiten, denen sie seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar ausgesetzt waren. Seit einem Waffenstillstand am 8. April ist der Beschuss zurückgegangen, die Regierungen der Golfstaaten befürchten jedoch ein Wiederaufflammen des Konflikts.
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