Es ist eine Entwicklung, die für Deutschlands Sicherheit von entscheidender Bedeutung werden könnte. Seit Jahrzehnten gilt das Bekenntnis der Bundesregierung, sich für die Sicherheit des jüdischen Staates einzusetzen. In der künftigen Zusammenarbeit hat Israel angeboten, seinerseits Beiträge für die Sicherheit Deutschlands zu leisten. „Wir helfen Deutschland in vielen Bereichen – und werden das in Zukunft noch ausbauen“, sagte Israels Außenminister Gideon Saar im Interview mit WELT. Deutschland verstehe die Herausforderungen, Sicherheitsbedrohungen und Sicherheitsprobleme in einer Weise, „die mit früheren Jahren nicht zu vergleichen ist“ – und wenn Deutschland darüber nachdenke, wer in Zeiten internationaler Krisen ein verlässlicher Partner sei, „dann gibt es keinen besseren Verbündeten als Israel“, sagte Außenminister Saar weiter.
Israel liefert unter anderem das moderne Waffensystem Arrow 3 an Deutschland, kooperiert in Cyber-Technologie und Terrorabwehr und hat sich nun bereiterklärt, auf Anfrage der Bundesregierung angesichts der knappen Versorgungslage auch Kerosin für den Flugverkehr zu liefern. „Unser Verhältnis zeigt, was zwei Staaten erreichen können, wenn sie eine Vision für die Zukunft haben“, sagte Saar.
Mitten in der Energiekrise liefert Israel Kerosin nach Deutschland. Israels Außenminister Gideon Saar erklärte, das geschehe auf Anfrage des deutschen Wirtschafts- und Energieministeriums.Auf die Frage, welche Auswirkungen es auf das Verhältnis beider Länder habe, dass Berlin im vergangenen Jahr mit Blick auf Israels Kriegsführung in Gaza einen vorübergehenden Stopp von Waffenlieferungen verhängt hatte, sagte Saar: „Ich denke nicht, dass so etwas unter Freunden passieren sollte.“ Aber die Bundesregierung habe ihre Meinung geändert und liefere wieder wie üblich. Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte zuvor bei einem Treffen mit Saar von einer „neuen Phase der Sicherheitspartnerschaft“ mit Israel gesprochen.
„Israel ist ein zuverlässiger Partner, auch unter Druck halten wir unsere Zusagen ein“, sagte Außenminister Saar im Interview mit WELT. Das werde daran deutlich, dass Israel das Luftabwehrsystem Arrow 3 geliefert habe, obwohl es sich im Krieg mit mehreren Ländern befinde – und es innenpolitische Diskussionen darüber gegeben habe, ob Israel in dieser Lage auf die Waffensysteme verzichten könne.
„Exzellente“ Beziehungen zu den Emiraten
Zum derzeitigen Waffenstillstand im Krieg von Israel und den USA gegen den Iran betonte Saar, dass Israel die diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Donald Trump unterstütze. Im Zentrum stehe, dass der Iran nicht in den Besitz von nuklearen Waffen gelange. Die beiden wichtigsten Forderungen seien, dass der Iran sämtliches angereichertes Material aus dem Land entferne und sich dazu verpflichte, auf iranischem Boden kein Uran anzureichern.
Bislang sei in den Verhandlungen aber „keine Bereitschaft“ des Iran sichtbar geworden, diesen Weg einzuschlagen. Der israelische Außenminister betonte, dass ein möglicher Sturz oder Wechsel der Regierung in Teheran aber nicht eine Entscheidung Israels, sondern des iranischen Volkes selbst sei.
„Iran ist nicht nur eine Gefahr für Israels Existenz“, sagte Saar. Das müssten auch die Länder in Europa verstehen, die dem Krieg kritisch gegenüberstehen. Unter vielen arabischen Staaten habe sich diese Erkenntnis bereits durchgesetzt. Kürzlich wurde bekannt, dass Israel in einem historischen Schritt den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Batterie seines Flugabwehrsystems Iron Dome geliefert hatte – die in dieser Woche nach iranischem Beschuss bereits im Einsatz war. Auf die Frage, ob dies der Beginn einer größeren Sicherheitskooperation sei, sagte Saar: „Wenn wir Freunde haben und wenn Freunde in Not sind, versuchen wir immer, zu helfen.“
Die Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten seien „exzellent“, nicht nur auf der Ebene von Wirtschaft und Regierung, sondern auch in der Bevölkerung. Israelis würden in die Emirate zum Urlaub reisen und sich dort sicher fühlen. Die Beziehungen zu den Emiraten seien eine „erste vollständige Normalisierung“ nicht zwischen Regierungen, sondern zwischen Völkern. „Das ist eine großartige Sache“, sagte Saar weiter.
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