Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewinnt die AfD laut einer Umfrage an Zustimmung und bleibt mit Abstand stärkste Kraft. Im aktuellen „Sachsen-AnhaltTREND“ des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von „Magdeburger Volksstimme“, „Mitteldeutscher Zeitung“ und Mitteldeutschem Rundfunk liegt die Partei mit 41 Prozent weit vor der CDU mit 26 Prozent, die im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt verliert.

Im Vergleich zur letzten Infratest-Umfrage im vergangenen September legte die AfD um 2 Prozentpunkte zu. Hinter der zweitplatzierten CDU folgen Linke (12 Prozent) und SPD (7). Grüne und BSW liegen bei jeweils 4 Prozent. Sie würden wie die noch mitregierende FDP den Einzug in den Landtag verpassen. Die FDP, die derzeit zusammen mit CDU und SPD die Landesregierung stellt, wird wegen niedriger Werte in der Umfrage nicht einzeln ausgewiesen. Alle sonstigen Parteien kommen zusammen auf 6 Prozent.

Die Umfragewerte für Sachsen-Anhalt im Überblick:

  • AfD: 41 Prozent (+2)
  • CDU: 26 Prozent (-1)
  • Linke: 12 Prozent (-1)
  • SPD: 7 Prozent (=)
  • Grüne: 4 Prozent (+1)
  • BSW: 4 Prozent (-2)
  • Sonstige: 6 Prozent (+1)

Die AfD hätte im neuen Landtag zwar keine absolute Mehrheit. Da die CDU Koalitionen mit der Linken ausschließt, wäre abseits der AfD aber lediglich eine Minderheitsregierung aus Christ- und Sozialdemokraten denkbar.

Damit verändert sich der Trend aus den letzten Umfragen des Instituts Insa für das Nachrichtenportal „Nius“. Dort sank die AfD von einem Hoch im Oktober von 40 Prozent leicht ab auf zunächst 39 Prozent im Januar und schließlich 38 Prozent im März.

Schulze vor Siegmund

Bei der Frage, wer die nächste Landesregierung anführen sollte, liegen AfD (43 Prozent) und CDU (44 Prozent) nahezu gleichauf. 13 Prozent der Befragten machen keine Angabe oder wissen es nicht.

Würde der Ministerpräsident direkt gewählt werden, liegt Amtsinhaber Sven Schulze (CDU) mit 36 Prozent vor AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (32 Prozent). 32 Prozent wissen es nicht oder machen keine Angabe.

Besonders wichtig ist den befragten Wahlberechtigten als politisches Problem der Komplex Einwanderung, Flüchtlinge, Asylpolitik und Integration (14 Prozent) – danach folgen Bildung, Schule, Ausbildung (12 Prozent) und Wirtschaft (10 Prozent).

Die meisten Befragten trauen der AfD am ehesten zu, die größten politischen Probleme Sachsen-Anhalts zu lösen (31 Prozent) – zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Infratest-Umfrage im September. Die CDU kommt auf 18 Prozent und verliert zur letzten Umfrage zwei Prozentpunkte. Jeder Fünfte traut keiner Partei die abgefragte Problemlösungskompetenz zu.

62 Prozent sind nicht zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung

Eine Mehrheit ist unzufrieden mit der Arbeit der Landesregierung. 62 Prozent der Befragten geben an, weniger oder gar nicht zufrieden zu sein, während ein Drittel (33 Prozent) sich als sehr zufrieden oder zufrieden mit der Arbeit äußert. Vertrauen darin, dass der Staat seine Aufgaben insgesamt erfüllt, besteht bei 82 Prozent der Menschen der Umfrage zufolge wenig oder gar nicht. 16 Prozent geben ein großes oder sehr großes Staatsvertrauen an.

Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Sachsen-Anhalt schätzt eine deutliche Mehrheit (82 Prozent) als weniger gut oder schlecht ein. 14 Prozent geben bei der Frage sehr gut oder gut an und 4 Prozent machen keine Angabe oder wissen es nicht.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Infratest dimap befragte 1164 wahlberechtigte Bürger in Sachsen-Anhalt telefonisch und online (Erhebungszeitraum: 29. April bis 5. Mai). Die Daten sind nach soziodemografischen Merkmalen gewichtet. Die Schwankungsbreite beträgt bei 10-Prozent-Anteilen ±2 Prozentpunkte, bei 50-Prozent-Anteilen ±3 Prozentpunkte.

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