- Ausbau der ambulanten Versorgung als Sparhebel
- Falsche Vergütungsanreize treiben Klinikaufnahmen
- Milliardenlücke in der GKV erhöht Reformdruck
Die AOK sieht im Ausbau der ambulanten Versorgung ein enormes Einsparpotenzial. AOK-Volkswirt David Scheller-Kreinsen sagte MDR AKTUELL, dadurch könne man jährlich zwischen sieben und 14 Milliarden Euro sparen.
Zunächst müsse man aber investieren und die ambulanten Angebote ausbauen. Und man benötige eine bessere pflegerische Versorgungsstrukturen , weil man in den Kliniken zunehmend ältere Patienten habe.
Vorbild Frankreich bei Gallenblasen-Operationen
Nach Angaben von Scheller-Kreinsen könne man etwa bei Gallenblasen-Operationen sparen. Da habe man in Deutschland über 200.000 Eingriffe jährlich. Frankreich schaffe es, etwa die Hälfte der Gallenblasen-Operation ambulant zu behandeln.
In Deutschland dagegen sei man ganz am Anfang. Hier würden bei ein bis zwei Prozent der Fälle ambulant behandelt. Der Rest werde stationär behandelt.
Auch Herz-Rhythmus-Störungen ambulant versorgen
Als weiteres Beispiel mit Einsparpotential nannte Scheller-Kreinsen Herz-Rhythmus-Störungen. Ohne Komplikationen und schweren Verlauf könne man diese in der Regel gut ambulant behandeln. Das entspreche auch den Patientenwünschen, die viel lieber im häuslichen Umfeld bleiben.
Falsche Anreize führen zu vielen Klinik-Aufnahmen
Als Grund für die hohe Zahl an Behandlungen in den Kliniken nannte Scheller-Kreinsen die Anreize, Patienten stationär aufzunehmen. Scheller-Kreinsen forderte, was ambulant gehe, sollte auch ambulant vergütet werden. Dann falle auch der Anreiz für die Kliniken weg, Patienten stationär aufzunehmen.
Ein Punkt ist mir ganz wichtig: An den Patienten liegt es nicht. Es ist ja nicht so, dass die Patienten nicht schlau genug sind, in die richtige Versorgungsstruktur zu gehen.
Scheller-Kreinsen wies daraufhin, dass man bereits jetzt wisse, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung im nächsten Jahr 15 Milliarden Euro fehlen. Man brauche deshalb ein Bündel an Maßnahmen, um die Beiträge stabil zu halten.
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