In den Gesprächen mit den USA über die Zukunft Grönlands ist nach Angaben des grönländischen Regierungschefs Jens-Frederik Nielsen noch keine Einigung mit den USA erzielt worden. „Wir befinden uns in Verhandlungen, aber es gibt noch keine Übereinkunft“, sagte Nielsen am Dienstag auf einem Demokratiegipfel in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.
Zuletzt hatten mehrere Medien wie etwa die BBC berichtet, US-Präsident Donald Trump strebe die Schaffung dreier weiterer US-Militärstützpunkte auf Grönland an. Die Stützpunkte sollen möglicherweise zu US-Hoheitsgebiet erklärt werden.
Die USA unterhalten aktuell mit der Pituffik Space Base im Nordwesten einen aktiven Stützpunkt auf der Insel. Ein Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark aus dem Jahr 1951 bilde eine mögliche Grundlage für eine Erweiterung, erklärte Nielsen.
Experten zufolge hat Dänemark faktisch kaum Möglichkeiten, US-Anfragen im Rahmen dieses Paktes zu blockieren. Zwei der potenziellen neuen Standorte sind örtlichen Medien zufolge Narsarsuaq und Kangerlussuaq, wo sich bereits ehemalige US-Stützpunkte mit Landebahnen und Hafenanlagen befinden.
Ein US-Gesandter habe kürzlich die Anlagen in Narsarsuaq inspiziert, um eine etwaige Wiedereröffnung zu prüfen. In der kommenden Woche wird zudem der US-Vertreter Jeff Landry zu einer Wirtschaftskonferenz auf der Insel mit ihren 57.000 Einwohnern erwartet.
Regierungschef Nielsen sagte, die USA könnten bereits auf Grundlage bestehender Verteidigungsabkommen weitere Basen eröffnen. „Ich kann nichts Konkretes aus den Verhandlungen sagen, aber wir sind bereit, mehr zu tun und mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagte Nielsen und ergänzte: „Wir fordern nur Respekt.“
Trump hatte schon während seiner ersten Amtszeit erklärt, die USA wollten das als Autonomiegebiet zum Nato- und EU-Mitgliedstaat Dänemark gehörende Grönland kaufen. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hatte er die Besitzansprüche der USA wiederholt geäußert. Der US-Präsident begründet seinen Anspruch mit einer angeblich drohenden Ausweitung der Präsenz Chinas und Russlands in der Arktisregion.
US‑Sondergesandter für Grönland will nach Nuuk kommen
Von Drohungen einer gewaltsamen Übernahme sah Trump jedoch Ende Januar nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ab. Danach fand ein erstes Treffen von US-Vertretern mit dänischen und grönländischen Vertretern in Washington statt.
Laut Regierungschef Nielsen hat der US-Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, für kommende Woche zudem um ein Treffen in Grönlands Hauptstadt Nuuk gebeten. Ein Termin stehe noch nicht fest. In Dänemark steht nach der Parlamentswahl von Ende März die Bildung einer Regierung noch aus.
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