Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Bereitschaft Europas bekräftigt, an einer Beendigung des Ukraine-Kriegs mitzuwirken. Gleichzeitig äußerte er bei der Verleihung des Karlspreises in Aachen aber Zweifel daran, dass Russland zu Gesprächen bereit ist. „Die Angriffe der letzten Nacht sprechen eine andere Sprache“, sagte er. „Gesprächsbereitschaft erfordert Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten.“
Merz betonte auch, dass die Europäer sich keine Vermittler vorschreiben lassen würden. „Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht, niemand anders“, sagte er.
Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz nach der Parade am 9. Mai zur Erinnerung an den Sieg über Nazi-Deutschland Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Gespräch gebracht. „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen.“ Die beiden sind bis heute befreundet, auch wenn Schröder sich von dem Angriff auf die Ukraine distanziert hat.
Auf den Vorstoß hatte es gemischte Reaktionen gegeben. Vereinzelt hatten sich SPD-Außenpolitiker offen gezeigt, etwa der außenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Adis Ahmetović, sowie Ralf Stegner. Allerdings hatte etwa Michael Roth, der frühere Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, dem Vorschlag eine Absage erteilt.
Aus Regierungskreisen hieß es zunächst, man habe Putins „Äußerungen zur Kenntnis genommen“. Diese würden sich „in eine Serie von Scheinangeboten einreihen“.
Der langjährige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, bezeichnete den Vorgang als „noch nicht mal sehr brillantes Spaltpilz- Manöver von Putin“.
Die russischen Streitkräfte haben die Ukraine wenige Tage nach einer kurzzeitigen Waffenruhe mit einem der längsten Luftangriffe in mehr als vier Jahren Krieg überzogen. In der Nacht wurde erneut Luftalarm im ganzen Land ausgelöst. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gab es seit Mittwoch 1560 Drohnenangriffe.
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