Zwei Demonstrationen mit Zehntausenden erwarteten Teilnehmern und ein Pokalfinalspiel erfordern in der britischen Hauptstadt heute einen Großeinsatz der Polizei. Ein hochrangiger Beamter der Metropolitan Police sprach laut „Guardian“ von einem beispiellosen Einsatz, der bis zu 4,5 Millionen Britische Pfund (etwa 5,16 Millionen Euro) kosten könne. Nach einer Mitteilung der Londoner Polizei sollen 4000 Polizistinnen und Polizisten, Pferde, Hunde, Drohnen und Hubschrauber aufgeboten werden, um Ausschreitungen und Zusammenstöße zu verhindern.

Scotland Yard rechnet dem „Guardian“ zufolge mit 50.000 Menschen bei der Demo „Unite the Kingdom“ des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson. Weitere 15.000 bis 40.000 werden bei einer propalästinensischen Kundgebung zum Nakba-Tag erwartet. Zudem pilgern Zehntausende Fußballfans zum Finale des FA-Cups im Wembley-Stadion zwischen den Premier-League-Clubs FC Chelsea und Manchester City.

Eine erste Auflage des „Unite the Kingdom“-Marschs, der in diesem Jahr vom Londoner West End zum Platz vor dem Parlament führt, hatte im vergangenen September mehr als 100.000 Menschen angezogen. Dabei war es zu Angriffen auf die Polizei gekommen. Gut zwei Dutzend Beamte wurden verletzt.

Justizminister David Lammy warf den Organisatoren der „Unite the Kingdom“-Demo in einem Post auf dem Kurznachrichtendienst X vor, Hass und Spaltung zu verbreiten. Sollte es zu Gewalt kommen, werde man rasch handeln. An den Gerichten stünden dafür zusätzliche Kapazitäten bereit, schrieb er. Auch Premierminister Keir Starmer warnte in einem Video auf X vor Hass und Spaltung.

Demonstranten im Londoner Stadtzentrum

Die rechte Kundgebung fällt in diesem Jahr zusammen mit der propalästinensischen Demo zum Nakba-Tag, an dem an die Vertreibung von Palästinensern infolge der Staatsgründung Israels 1948 erinnert wird. Dazu versammelten sich Teilnehmer im Stadtteil Kensington. Verhindert werden soll, dass die beiden Seiten aufeinandertreffen.

Offenbar wurde zudem mehreren Personen aus dem Ausland im Zusammenhang mit der geplanten Demonstration die Einreise verweigert. Das betrifft einem Medienbericht zufolge etwa den AfD-Europaabgeordneten Petr Bystron. Bystron wollte einem Bericht des Portals „T-Online“ zufolge ursprünglich am Samstag als Redner an der Robinson-Demo teilnehmen. Am Donnerstag jedoch teilte ihm die britische Visa- und Einwanderungsbehörde, die zum Innenministerium gehört, demnach schriftlich mit: „Ihr Antrag auf eine elektronische Reisegenehmigung (ETA) wurde verweigert.“ Der AfD-Politiker gehört damit zu mehreren rechten Politikern und Aktivisten, denen die Einreise vor der Demonstration untersagt wurde.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.