Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erstmals eine bewaffnete Bodendrohne mit einem unbemannten Boot an einer russisch besetzten Küste abgesetzt und dort einen Kampfeinsatz ausgeführt.
Der Einsatz fand am 13. Juli auf der Kinburn-Halbinsel im Süden der Ukraine statt, wie die 123. Territorialverteidigungsbrigade auf ihren Kanälen in sozialen Netzwerken mitteilte. Es handele sich um den ersten bekannten Kampfeinsatz dieser Art weltweit.
Ein unbemanntes Wasserfahrzeug brachte demnach eine ferngesteuerte Bodendrohne, ausgerüstet mit einem schweren Maschinengewehr, an den Strand. Von dort fuhr das Gerät an Land und eröffnete das Feuer.
Ein von der Brigade veröffentlichtes Video zeigt, wie das Boot eine Rampe absenkt, die Bodendrohne ausrollt und später auf ein Ziel schießt. Angaben zu getroffenen Zielen oder möglichen Opfern machte die Brigade nicht.
„Ein bodengestützter Roboterkomplex wurde von einer unbemannten Seeplattform an die feindliche Küste gebracht, auf besetztem Gebiet abgesetzt und für einen Kampfauftrag genutzt“, teilte die Brigade mit. Es sei „ein neuer Ansatz in der Kriegsführung, bei dem die gefährlichsten Aufgaben von einer Maschine übernommen werden“. Der ukrainische Militärnachrichtendienst war nach Angaben der Brigade beteiligt.
Die Zeitung „Kyiv Independent“, der zuerst über den Einsatz berichtete, überschrieb seinen Bericht mit den Worten: „Eine neue Ära des Kriegs beginnt“. Das US-Magazin „Forbes“ sprach von der ersten robotergestützten amphibischen Landung. Unabhängig überprüfen ließ sich der Vorgang nicht; die Darstellung stützt sich auf die Angaben der ukrainischen Streitkräfte und das von ihnen verbreitete Videomaterial.
Die Kinburn-Halbinsel ist eine schmale Landzunge zwischen dem Mündungsgebiet von Dnipro und dem Schwarzen Meer. Russische Truppen hatten das Gebiet 2022 besetzt. Seit Anfang Juni gibt es Berichte über einen möglichen russischen Teilabzug: Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) verwies auf unbestätigte Angaben einer ukrainischen Partisanengruppe. Das ukrainische Militär konnte dies aber nicht bestätigen.
Der Einsatz reiht sich in eine Serie ukrainischer Drohnenoperationen zu Wasser ein. Der Inlandsgeheimdienst SBU teilte am Donnerstag mit, gemeinsam mit der Marine zwei Tanker der russischen Schattenflotte im Schwarzen Meer mit Seedrohnen getroffen zu haben.
Die Ukraine setzt zunehmend auf unbemannte Bodenfahrzeuge. Die Produktion soll laut „Forbes“ von 10.000 Stück im vergangenen Jahr auf 50.000 in diesem Jahr steigen.
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