Eine Rede des kanadischen Politikers Bill Oliver sorgt derzeit im Netz für Aufsehen. Inmitten seiner Ansprache zitierte der Abgeordnete der Progressive Conservative Party im Parlament von New Brunswick offenbar versehentlich eine KI‑Anweisung – und legte damit nahe, dass Teile seiner Rede mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden sein könnten.

Oliver hielt seine Rede über die Rolle und die Erwartungen an das Office of the New Brunswick Advocate, eine staatliche Stelle, die Bürger unterstützen und Missstände aufzeigen soll. In einem Video ist zu sehen, wie Oliver seine Rede von einem Manuskript abliest. Als er schließlich auf die nächste Seite des Dokuments blättert, weicht er plötzlich vom eigentlichen Inhalt seiner Rede ab und liest vor: „Hier ist eine natürlichere und flüssigere Version dieses Abschnitts, die eher wie eine Parlamentsrede klingt und nicht wie eine Reihe kurzer Stichpunkte.“

In Textsystemen Künstlicher Intelligenz tauchen häufig Hinweise darauf auf, wie ein Text klingen soll – etwa, dass er „natürlicher“, „flüssiger“ oder „wie eine Rede“ formuliert sein soll. Solche Stilvorgaben gehören normalerweise nicht in den fertigen Text, sondern in den Arbeitsprozess der KI.

Nach dem mutmaßlich verräterischen Satz fährt Oliver seine Rede unbeirrt fort. Wie die anderen Abgeordneten im Parlament reagieren, ist im Video nicht zu sehen. Lacher sind nicht zu hören. Berichten zufolge hielt Oliver die Rede bereits im Juni.

Die Reaktionen im Netz fallen unterschiedlich aus. Ein Nutzer auf Reddit kommentiert: „Wenn dies keine Konsequenzen nach sich zieht, dann stellen wir an unsere Schüler höhere Anforderungen als an unsere gewählten Amtsträger.“ Andere betonen wiederum, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht verboten sei. Einig sind sich die meisten aber darin, dass der Auftritt Olivers zumindest unglücklich verlaufen sei. Was der Politiker nach dem viral gegangenen Video selbst zu seiner Rede sagt, ist nicht bekannt.

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