Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den größten Teil seines Personalumbaus abgeschlossen – nach der heftigen Diskussion darüber will die Union nun den Blick nach vorn richten. Da stehen schwierige Sozialreformen – etwa bei der Rente und der Pflege – an und die wichtigen Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Allerdings wird es für den Kanzler bei den Sachthemen nicht einfacher. Denn schon rührt sich Widerstand gegen die Reformpläne der Bundesregierung, nun auch in den Unionsreihen.
Die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten wehren sich dagegen, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren – wie von der Rentenkommission empfohlen – abgeschafft werden soll. „Wer 45 Jahre eingezahlt hat, hat genug eingezahlt. Diesen Grundsatz geben wir nicht auf“, schreiben Sven Schulze aus Sachsen-Anhalt, der Thüringer Mario Voigt und der Sachse Michael Kretschmer in einem Brief an die Bundesregierung. Die Erklärung wollen sie im Laufe des Tages bei einem Treffen im Süden Sachsen-Anhalts vorstellen.
Bisher hatte sich vor allem Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente gewehrt – sie fand in der SPD-Führung bisher aber keine Unterstützung.
Außerdem fordern die drei CDU-Regierungschefs die Bundesregierung auf, einen Weg zu finden, wie Pflege in Zukunft auch dort bezahlbar bleibt, wo die Alterseinkommen niedrig sind. Die geplanten Änderungen erhöhten jedoch den selbst zu zahlenden Eigenanteil. „Diesem Weg werden wir nicht zustimmen“, hieß es. Stattdessen müsse die individuelle Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden.
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