Die Landeschefin der Jungen Union (JU) Brandenburg, Laura Strohschneider, tritt von ihrem Amt zurück und aus der Partei aus. In einer Nachricht an die Mitglieder, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, begründete sie dies mit Kritik am Spitzenpersonal und am Kurs der Bundesregierung. Sie schäme sich für die Bundespolitik.

„Dass unserem Spitzenpersonal die Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist, ist für mich ein Symptom eines tieferliegenden Problems“, heißt es in der Erklärung der 29-Jährigen. „Auch die inhaltliche Richtung, die diese Bundesregierung fährt, ist meines Erachtens nicht die, für die wir Wahlkampf gemacht und für die uns die Wähler ihre Stimme geschenkt haben.“

Strohschneider: CDU von Angst vor Verlust der SPD getrieben

Der Kurs der CDU führt aus ihrer Sicht in eine Sackgasse. „Wir haben uns aus ideologischen Gründen in eine Lage manövriert, in der wir getrieben von Angst vor dem Verlust des Koalitionspartners zwingend notwendige Reformen nicht im erforderlichen Umfang durchsetzen und stattdessen sogar noch weitere Fehlsteuerungen vornehmen“, kritisierte Strohschneider. „Ich glaube nach allem leider nicht mehr daran, dass die CDU die Partei ist, die Deutschland ‚wieder nach vorne‘ bringen kann.“

Die bisherige JU-Landeschefin nannte als Beispiel die Grundgesetzänderung zur Schuldenbremse und die Einkommensteuerreform. Viele Leistungsträger würden nach zu erwartenden Steigerungen bei den Sozialabgaben weniger Netto vom Brutto haben, kritisierte sie.

Sie habe große Hoffnung darin gehabt, dass mit einer CDU-geführten Bundesregierung wieder eine leistungs- und wohlstandsfreundliche Politik für Deutschland verfolgt werde, erklärte sie. „Stattdessen gehen die Entscheidungen aber weiter in eine Richtung, die es den Fleißigen in unserer Gesellschaft immer schwieriger macht.“

Seit 2016 CDU-Mitglied

Deshalb trete sie von ihrem Amt als Landesvorsitzende der Jungen Union Brandenburg sowie von allen anderen Funktionen in CDU und JU – darunter das Amt als Ostbeauftragte der JU Deutschlands – zurück, kündigte sie an. „Gleichzeitig habe ich soeben meinen Austritt erklärt.“

Strohschneider hatte während der Debatte um die Vaterschaft von Jens Spahn mithilfe einer Leihmutter den früheren Unionsfraktionschef scharf kritisiert. „Wenn Spahn selbst auch ein Befürworter gewesen wäre, hätte ich entsprechend sein Vorgehen auch als legitim empfunden“, sagte Strohschneider. „Von jemandem in einem derart hohen Amt erwarte ich allerdings schon, dass seine privaten Entscheidungen mit den von ihm öffentlich vertretenen Positionen einhergehen.“

Strohschneider ist seit 2023 Landesvorsitzende der Jungen Union Brandenburg. Sie war 2016 in die CDU eingetreten.

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