Am Rande einer Veranstaltung mit dem Schauspieler Dieter Hallervorden hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze Unterschiede bei Positionen zum Gaza-Krieg betont. „Ich persönlich teile beispielsweise nicht die Meinung, an mancher Stelle zum Thema Israel zum Thema Gaza. Ich stelle in keinster Weise das Existenzrecht Israels in Frage und auch zum Thema Völkermord habe ich eine völlig andere Meinung“, sagte Schulze vor Beginn der ausverkauften Veranstaltung.

Zugleich betonte er, dass man unterschiedliche Meinungen und auch mal Gegenrede aushalten müsse. Hallervorden wiederum sagte, dass auch er das Existenzrecht Israels nicht in Frage stelle. Beim Thema Völkerrecht empfahl er jedoch der CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann „Nachhilfe“.

Dieter „Didi“ Hallervorden unterstützt Schulze im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt, weil er nach eigenen Aussagen eine absolute Mehrheit der AfD in dem Bundesland verhindern will. Die Auftritte von Hallervorden bei CDU-Wahlkampfveranstaltungen hatten teils Irritationen ausgelöst – auch in der CDU. So wird, während Hallervorden ein Lied singt, in einem Video ein Bild von einer Demonstration eingeblendet, dabei ist der Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ zu sehen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident grenzt sich im Wahlkampf von der Bundes-CDU ab – und greift auf einen ungewöhnlichen Helfer zurück. Dieter Hallervorden nutzt die ihm gebotene Bühne. „Ich glaube, das untergräbt tatsächlich das Vertrauen in die CDU“, meint WELT-Redakteur Dennis Sand.

CDU-Generalsekretärin Hoppermann hatte dazu gegenüber „Bild“ gesagt: „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“

Hallervorden lobte bei der dritten Auflage der Veranstaltung in seiner Geburtsstadt Dessau Schulzes Rückgrat, wie er sagte. „Aber sie hat nicht damit gerechnet, dass ein Ministerpräsident namens Sven Schulze so viel Rückgrat hat, zu sagen: Wir lassen uns von denen in Berlin nicht vorschreiben, wie wir in Sachsen-Anhalt Wahlkampf zu machen haben“, sagte der Schauspieler in Richtung Hoppermann.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.