Ein russischer Raketenangriff hat Folgen für das Ulmer Unternehmen Liqui Moly. In der Nacht zu Mittwoch verursachte ein Angriff ein Feuer im zentralen Produktlager des Hilfs- und Schmierstoffherstellers in Kiew. Das Gebäude brannte vollständig aus.

„Unser Zentrallager in der Ukraine wurde letzte Nacht als Folge eines feindlichen Angriffs vollständig zerstört“, gab Liqui Moly Ukraine auf ihrer Homepage und auf Facebook bekannt. „Am wichtigsten ist, dass unsere Mitarbeiter in Sicherheit sind und niemand verletzt wurde. Menschenleben sind unbezahlbar.“

Tonnenweise Produkte seien zerstört worden. Liqui Moly arbeite daran, sich neu zu organisieren, um schnellstmöglich wieder Schmierstoffe liefern zu können. Russland könne „weder unser Team noch unseren Ruf oder unser Vertrauen in die Ukraine zerstören“, schrieben sie kämpferisch. „Wir geben nicht auf.“

Neben dem zur Würth-Gruppe gehörenden Firmenlager von Liqui Moly trafen die Angriffe auch ukrainische Vertretungen des deutschen Sportartikelherstellers Puma sowie des Technologiekonzerns Bosch. Im Falle des Letztgenannten trafen die Raketen das Lagerhaus eines Logistikpartners.

„Am wichtigsten ist, dass keiner unserer Logistikpartnermitarbeiter oder des Unternehmens Bosch verletzt wurde. Wir danken aufrichtig den Rettungskräften und den Vertretern der lokalen Behörden für ihre schnelle Reaktion und professionelle Arbeit“, schrieb das Unternehmen auf Facebook.

Auch ukrainische Firmen waren betroffen. Zwei Logistikzentren der Baumarktkette Epicentr K in Kiew und Kalyniwka wurden in derselben Nacht zerstört. Ein Mitarbeiter sei dabei laut Unternehmensangaben ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verletzt. „Wir drücken unsere Unterstützung für ukrainische Unternehmen aus, die aufgrund des Angriffs des Feindes Schäden erlitten haben“, schrieb die Einzelhandelskette auf Instagram.

„Es sind Unternehmen, die in den letzten Jahren gegründet wurden, Arbeitsplätze für Tausende von Ukrainern schaffen, die Wirtschaft des Landes unterstützen und den Menschen Vertrauen in die Zukunft geben. Wir empfinden aufrichtig Mitgefühl für alle, die heute den Schmerz dieser Verluste erleben – zusammen mit uns“, ergänzte Epicentr K.

Zu den weiteren Betroffenen der russischen Angriffe in der Nacht zu Mittwoch zählte der Online-Versandhändler Rozetka. Ein Lager in der ukrainischen Großstadt Browary sei laut Firmenangaben zerstört worden. Das Unternehmen arbeite am Wiederaufbau der Logistikprozesse.

„Dies ist der dritte Angriff auf die Infrastruktur des Unternehmens innerhalb der letzten Woche. Am wichtigsten ist, dass es diesmal glücklicherweise ohne Verletzte abging“, gab Rozetka auf der Plattform X bekannt. „Wir sind jedem dankbar, der uns unterstützt. Genau jetzt hat das eine besondere Bedeutung. Immer an Ihrer Seite. Trotz allem.“

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