Der Iran und der Oman stehen nach den Worten ⁠des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi vor einer Einigung über eine neue Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus. Derzeit werde über eine alternative Route ⁠verhandelt, sagte Abbas Araghtschi am Samstag. Einer Einigung sei man „sehr nahe“. Technische und ‌rechtliche Fragen müssten noch ​für eine dauerhafte Lösung geklärt ‌werden. Als Bedingung nannte der Minister eine Entschädigung für ​die aus Sicht Teherans erfolgten US-Verstöße gegen die Absichtserklärung von Islamabad, mit der der ​Nahost-Konflikt entschärft werden sollte.

Unterdessen beschuldigen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Iran, am Samstag ein mit dem staatlichen ​Ölkonzern ADNOC verbundenes Schiff in der strategisch wichtigen Straße von Hormus angegriffen zu haben. Die ‌VAE verurteilten den Vorfall als „Akt der Piraterie“. Verletzte wurden einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur WAM zufolge nicht gemeldet. Angaben zum betroffenen Tanker, seiner Ladung oder zu möglichen Schäden wurden zunächst nicht gemacht.

„Feindlicher Angriff“ verurteilt

Das Außenministerium der Emirate verurteilte den „feindlichen iranischen Angriff“ und warf den Revolutionsgarden vor, die Handelsschifffahrt ins ⁠Visier zu nehmen und die Wasserstraße als Mittel für wirtschaftlichen Druck zu missbrauchen. Der Angriff verstoße gegen eine ‌Resolution des UN-Sicherheitsrates zur Freiheit der Schifffahrt. Das Ministerium forderte den Iran auf, die Angriffe ‌einzustellen und die Meerenge vollständig und bedingungslos wieder zu öffnen.

Seit dem ‌Ausbruch des Krieges zwischen ⁠den ⁠USA, Israel und dem Iran am 28. Februar wurde die ‌Schifffahrt in der Meerenge wiederholt gestört. Vor ​dem Konflikt wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöl- und Flüssigerdgasbedarfs durch die Wasserstraße transportiert. ​ADNOC hatte ​bereits am Freitag mitgeteilt, dass das Unternehmen erheblich von „unprovozierten Angriffen“ betroffen sei. Seit Beginn des Konflikts ⁠seien 15 seiner Schiffe mit Raketen und Drohnen angegriffen worden, davon drei in dieser Woche. Dabei sei ein Besatzungsmitglied getötet und 20 weitere verletzt ​worden.

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