Der Vorstandsvorsitzende der TUI AG, Sebastian Ebel, hat die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. „Vieles ist für mich und für viele Kollegen absolut unverständlich. Vieles, was angekündigt wurde, ist nicht umgesetzt worden. Vieles scheint planlos“, sagt Ebel in der ARD-Talksendung „Maischberger“.

Der Chef des weltweit größten Reisekonzerns zeigte sich insbesondere enttäuscht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): „Ich bin schon überrascht. Das Ergebnis ist besorgniserregend.“ Er sehe „kein stringentes Konzept. Die wirtschaftspolitische Deindustrialisierung hat noch mal stärker an Fahrt genommen.“ Außer beim öffentlichen Sektor, habe „sich nichts zum Guten gewendet“, sagt Ebel.

Auch von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) hatte der TUI-Chef mehr erwartet: „Ich habe bislang nicht den großen Plan gesehen. Wohin wollen wir wirtschaftspolitisch? Entweder gibt es ihn nicht oder er ist nicht gut kommuniziert. Er ist jedenfalls so nicht merkbar für die Menschen, dass sie sagen: Ich folge dem.“

Im Rückblick auf die Politik von Reiches Vorgänger Robert Habeck (Bündnis 90/Grüne) und der Ampel sagte Ebel: „Wir sehen heute, dass Sie in weiten Teilen in den absolut richtigen Weg gegangen sind. Die Energiewende war absolut richtig. Sie war schlecht kommuniziert.“ Aus seiner Sicht gebe es auch „heute keinen Widerspruch mehr zwischen kommerzieller Sinnhaftigkeit und Umweltschutz“.

Nur 15 von 100 Wahlberechtigten würden noch Union wählen

Die Unbeliebtheit von Kanzler Merz ist inzwischen nicht mehr nur ein Problem für seine Partei, sondern schadet offenbar der Demokratie als solcher. Das legen Zahlen nahe, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa erhoben hat. Mehrere Indikatoren für das Vertrauen in Institutionen sind demnach historisch niedrig.

Seit Wochen liegen die Unbeliebtheitswerte für den Kanzler mit leichten Schwankungen bei historisch schlechten 85 Prozent. Auch seine Partei kommt nicht aus dem Umfragetief. In der Sonntagsfrage kommt die Union noch auf 21 Prozent. Doch ein genauerer Blick zeigt, wie tief das Problem reicht.

Rechnet man die Nichtwähler dazu, ergibt sich ein dramatischeres Bild: Nur noch 15 von 100 Wahlberechtigten würden der Union ihre Stimme geben. Das sind so wenig wie nie zuvor seit 1949. Selbst bei ihrer historischen Wahlniederlage unter Spitzenkandidat Armin Laschet 2021 erhielt die Union noch die Stimmen von 18,3 Prozent der Wahlberechtigten.

Die Gruppe der Nichtwähler ist zuletzt deutlich gewachsen. Laut Forsa geben derzeit 30 Prozent an, nicht zur Wahl gehen zu wollen. Forsa-Chef Manfred Güllner sieht darin eine „gelbe Karte“ für die Politik.

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