US-Präsident Donald Trump hat eine Reporterin des US-Senders CNN während eines Termins im Weißen Haus scharf kritisiert. Als Journalistin Kirsten Holmes nach möglichen Absprachen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un fragte, forderte Trump sie wiederholt auf, still zu sein, und bezeichnete sie als „Fake-Reporterin“.
Zuvor war Trump von einer anderen Reporterin gefragt worden, ob er mit der Reduzierung gemeinsamer Militärübungen mit Südkorea die Interessen Nordkoreas über die seiner langjährigen Verbündeten stelle. Trump widersprach: „Ich mache es viel sicherer.“ Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un habe ihn stets mit großem Respekt behandelt. „Ich verstehe ihn. Er versteht mich“, sagte der Präsident. Mit Kim komme er „sehr gut“ aus.
Als Holmes danach die Frage stellte, ob Kim Trump gebeten habe, die Militärübungen mit Südkorea zu reduzieren, reagierte Trump gereizt. „Seien Sie still. Sie sind sehr respektlos vor diesem jungen Mann“, sagte er mit Blick auf einen jugendlichen Rettungsschwimmer, der bei dem Termin im Weißen Haus für eine Rettungsaktion geehrt wurde. Anschließend fragte Trump Holmes, für welches Medium sie arbeite. Auf ihre Antwort „CNN“ entgegnete er: „Fake News.“
Holmes versuchte weiter, eine Antwort auf die Frage nach möglichen Gesprächen mit Kim zu erhalten. Trump bezeichnete sie daraufhin als „laute, ungestüme Person“. „Seien Sie still. Seien Sie still“, sagte er. „Sie sind eine Fake-Reporterin und berichten Fake News.“
Trump attackierte CNN bei dem Termin zudem wegen eines Berichts über die Versorgungslage auf dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“. Der Präsident sprach von einem „Fake-Bericht“ und erklärte, das Schiff werde hervorragend instand gehalten und versorgt.
Bereits zuvor hatte Holmes Trump mit Äußerungen des demokratischen Senators Jon Ossoff konfrontiert. Ossoff hatte dem Präsidenten vorgeworfen, Amtsgeschäfte zu vernachlässigen und sich stattdessen mit dem Bau seines Ballsaals sowie Reisen mit seiner Assistentin Natalie Harp in dem von Katar gestifteten Präsidentenflugzeug zu beschäftigen. Trump verglich den Senator daraufhin mit der US-Kunstfigur Pee-wee Herman und erklärte, er baue im Weißen Haus eine „großartige Einrichtung“.
Das Social-Media-Team des Weißen Hauses griff Holmes nach dem Wortwechsel ebenfalls an. In einem Beitrag auf X wurde die CNN-Journalistin als „beschämende, demütigende Blamage für ihren angeblichen Berufsstand“ bezeichnet. Sie habe einen Termin zu Ehren eines Lebensretters genutzt, um einen Mitarbeiter Trumps mit einer „billigen Attacke“ anzugreifen. Das Weiße Haus beschimpfte Journalisten wie Holmes zudem: „Diese Dreckskerle sind der absolute Abschaum.“
Das Weiße Haus hatte bereits zuvor besonders scharf auf Ossoffs Bemerkung über Trumps Assistentin Natalie Harp reagiert. Kommunikationsdirektor Steven Cheung beschimpfte den Senator in einem Beitrag in den sozialen Medien als „größten erbärmlichen Verlierer der Politik“. Statt Menschen herabzuwürdigen, die hart für ihr Land arbeiteten, solle Ossoff sich fragen, warum er „ein unglücklicher Mensch“ sei, der sein Land hasse, schrieb Cheung.
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