So viele Bundesbürger wie nie zuvor sehen in der Politik selbst eines der größten Probleme des Landes. 50 Prozent nennen das Agieren von Politikern und Parteien als eines der größten Probleme in Deutschland. Es handelt sich damit um den höchsten Wert, den das Institut Forsa dazu bislang gemessen hat.

Bis 2021 hatte der Anteil zwischen 14 und 36 Prozent gelegen. Am Ende der Ampel-Koalition lag der Wert bei 41 Prozent. Nach nur 15 Monaten mit Friedrich Merz (CDU) als Bundeskanzler ist es nun jeder Zweite, der das Agieren der Politiker und Parteien als größtes Problem einschätzt. 84 Prozent der Befragten sind laut Forsa zudem der Meinung, dass sich die Parteien nicht um die wirklichen Probleme der Bürger kümmern.

Welche das sind? Der Unmut über die Politik steht an Platz zwei. Die wirtschaftliche Lage bleibt laut der Umfrage das mit Abstand wichtigste Problem der Deutschen. 79 Prozent nennen sie aktuell als eines der größten Probleme. Damit setzt sich ein Muster fort, das sich bereits seit Jahrzehnten zeigt: Forsa zufolge war die ökonomische Lage seit 1994 nur in den Jahren 2015, 2017 und 2021 nicht das wichtigste Problem. 2015 stand die Migration infolge des großen Migrantenzustroms im Vordergrund, 2021 die Corona-Krise.

Auch die sozialen Sicherungssysteme rücken stärker in den Fokus der Bürger. Zwischen 1994 und Anfang 2025 lag der Anteil derjenigen, die darin ein großes Problem sahen, zwischen 15 und 31 Prozent. Im August 2026 ist er nun auf 42 Prozent gestiegen (Platz 3)

AfD profitiert von wachsender Unzufriedenheit

Von der politischen Unzufriedenheit profitiert insbesondere die AfD. Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer kommt sie auf 28 Prozent und liegt damit deutlich vor der Union mit 21 Prozent und den Grünen mit 16 Prozent. An der politischen Stimmung hat sich damit bereits seit drei Wochen nichts verändert.

Die politische Unzufriedenheit spiegelt sich auch in der aktuellen YouGov-Umfrage wider: Die AfD erreicht 28 Prozent und liegt damit inzwischen acht Prozentpunkte vor der Union, die auf 20 Prozent kommt.

Trotz ihrer hohen Zustimmung wird der AfD von der Gesamtbevölkerung nur in begrenztem Maße zugetraut, die Probleme im Land lösen zu können. 13 Prozent der Wahlberechtigten sind überzeugt, dass die AfD damit am besten umgehen könnte. Die Union kommt bei dieser Frage nur auf 12 Prozent, die Grünen auf 7 und die SPD sogar nur auf 5 Prozent. 56 Prozent sind der Meinung, keine Partei wird am besten mit den Problemen in Deutschland fertig.

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