Im Zusammenhang mit dem Waffenfund in der Nähe von Berlin im vergangenen Jahr ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen einen derzeit in Rumänien inhaftierten Tatverdächtigen wegen des Verdachts der Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bestätigte in einer Pressekonferenz entsprechende Berichte von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“. Es sei davon auszugehen, dass der Verdächtige einen Anschlag geplant habe; eine „Beteiligung fremder Mächte“ sei dabei nicht auszuschließen.

„Diese Waffen, die gefunden worden sind, auch die Munition, die ist sicherlich vorgesehen gewesen, um Anschlagsplanungen durchzuführen“, sagte Dobrindt. Zum Ziel des möglichen Anschlags lägen noch keine Erkenntnisse vor. Angaben zu dem Verdächtigen wollte der Minister unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen. „Dieser Fall zeigt, dass wir von einer hohen Gefährdungslage ausgehen“, fügte der Minister hinzu.

„Verfassungsschutz und Polizei haben dieses Versteck ausfindig gemacht“, berichtete Dobrindt. „In diesem Versteck waren zwei Handfeuerwaffen und entsprechend Munition hinterlegt.“ Die Waffen und die Munition seien „ausgetauscht beziehungsweise funktionsunfähig gemacht worden, so dass eine mögliche Gefahr, die von diesem Versteck ausgeht, unmittelbar ausgeräumt worden ist“. Das Versteck sei anschließend überwacht worden, „um mögliche Abnehmer zu identifizieren“. Diese Überwachung habe aber kein Ergebnis gebracht: „Es gab keinen Abholer.“

NDR, WDR und „SZ“ berichteten, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz davon ausgehe, dass das Waffenlager im Auftrag russischer Geheimdienste angelegt wurde. Sie könnten für Anschläge hinterlegt worden sein.

Nach WELT-Informationen ist bislang unklar, wofür die Waffen verwendet werden sollten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und die Bundesanwaltschaft wollten sich auf Anfrage von WELT nicht öffentlich zu der Angelegenheit äußern.

Festnahmen in Rumänien

Im vergangenen Herbst waren in Rumänien zwei ukrainische Staatsbürger festgenommen worden, die sich nach rumänischen Medienberichten demnächst wegen eines mutmaßlichen Sabotageversuchs vor Gericht verantworten sollen. Die Ermittler werfen Vadym S. und Bohdan F. demnach vor, im Oktober 2025 Brandsätze in einer Filiale des ukrainischen Logistikunternehmens Nova Post in Bukarest deponiert zu haben.

Nach Recherchen der rumänischen Zeitung „Libertatea“ stammen beide aus der heute von Russland besetzten ukrainischen Region Cherson. Vadym S. und Bohdan F. lebten zuletzt in Polen – S. in Błonie, F. in Częstochowa. Der rumänische Nachrichtendienst SRI soll damals erklärt haben, die beiden hätten zu einem europaweit agierenden Sabotagenetzwerk gehört, das von russischen Geheimdiensten gesteuert worden sei.

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