Der frühere Ukraine-Sondergesandte der Trump-Regierung, Keith Kellogg, hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin mit Adolf Hitler verglichen und vor den Folgen möglicher Zugeständnisse an Moskau gewarnt. „Er ist ein wenig wie Adolf Hitler“, sagte der pensionierte Drei-Sterne-General dem ukrainischen Nachrichtenportal „Kyiv Independent“. Wer glaube, Putin werde sich mit einer Eroberung des Donbass zufriedengeben, könne einen ähnlichen Fehler begehen wie die westlichen Staaten vor dem Zweiten Weltkrieg.

Kellogg verwies dabei auf das Münchner Abkommen von 1938. Hitler habe damals erklärt, lediglich das Sudetenland zu beanspruchen. Ein Jahr später sei Europa jedoch im Krieg gewesen. „Das bereitet mir Sorgen, dass wir am Ende in einem Dritten Weltkrieg landen“, sagte Kellogg. Aus Sicht des 82-Jährigen würde Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine selbst dann nicht beenden, wenn es die gesamte Donbass-Region unter Kontrolle brächte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (r.) begrüßt den ehemaligen US-Sondergesandten für die Ukraine, Keith Kellogg, bei dessen Besuch in der ukrainischen Hauptstadt

Der ehemalige Trump-Berater äußerte sich während eines Besuchs in Kiew, bei dem er nach eigenen Angaben auch Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj führte. Putin könne den Krieg „in fünf Minuten stoppen“, wenn er das wolle, sagte Kellogg. Die eigentliche Frage sei jedoch, ob der Kremlchef mit seinen bisherigen Gebietsgewinnen tatsächlich zufrieden wäre.

Kellogg gilt seit Jahren als Vertreter des Prinzips „Frieden durch Stärke“ („Peace through Strength“). Dahinter steht die Auffassung, dass Konflikte und militärische Aggressionen am ehesten eingedämmt werden können, wenn potenzielle Gegner auf glaubwürdige militärische Abschreckung und Entschlossenheit stoßen. Zugeständnisse an einen Angreifer betrachtet Kellogg dagegen skeptisch, da diese aus seiner Sicht weitere Forderungen nach sich ziehen könnten.

Mit Blick auf Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Putin in Alaska im Jahr 2025 vertrat Kellogg die Auffassung, der russische Präsident habe dort auf weitreichende Zugeständnisse der Ukraine gehofft. Stattdessen hätten die Vereinigten Staaten aus seiner Sicht an ihrer Position festgehalten, dass die Ukraine ein souveräner Staat sei und über ihr Staatsgebiet selbst entscheide. Putin habe erwartet, dass die Ukraine den Donbass aufgeben werde. „Das ist nicht passiert“, sagte Kellogg. Nach seiner Darstellung verließen beide Seiten den Gipfel letztlich ohne den von Moskau erhofften Durchbruch.

Im Zusammenhang mit den Verhandlungen war später zudem ein amerikanisch-russischer 28-Punkte-Friedensplan bekannt geworden. Dieser sah unter anderem vor, dass die Ukraine die gesamte östliche Donbass-Region räumt, also sowohl die von Russland besetzten als auch die noch von ukrainischen Truppen kontrollierten Gebiete. Die verbliebenen ukrainischen Stellungen sollten anschließend in eine entmilitarisierte Zone überführt werden.

Kellogg sprach sich im Gespräch mit „Kyiv Independent“ zudem gegen die Vorstellung aus, besetzte Gebiete seien dauerhaft verloren. Als Beispiel nannte er die baltischen Staaten, deren Eingliederung in die Sowjetunion jahrzehntelang nicht vom Westen anerkannt worden sei. Ähnlich könne auch die Krim international weiterhin als ukrainisches Territorium betrachtet werden, selbst wenn Russland die Kontrolle behalte. „Ist die Krim noch Ukraine? Sie ist Teil der Ukraine“, sagte Kellogg. Entscheidend sei eine langfristige Perspektive von fünf bis zehn Jahren und nicht allein die aktuelle militärische Lage.

Mit Blick auf den Kriegsverlauf widersprach er zudem der Einschätzung, Moskau sei auf der Siegerstraße. Russland habe enorme Verluste erlitten und wichtige Kriegsziele verfehlt, argumentierte der Ex-General. Weder Kiew noch Charkiw oder Odessa seien erobert worden. „Viele Leute sagen, Putin sei erfolgreich. Ich glaube das nicht“, sagte Kellogg. „Ich denke, er ist nicht erfolgreich.“ Auch die hohen russischen Verluste könnten nach seiner Einschätzung langfristig politische Folgen für den Kreml haben.

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