Eine Mehrheit der Bundesbürger lehnt zentrale Forderungen aus dem AfD-Wahlprogramm für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ab. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hervor. Besonders deutlich fiel die Ablehnung bei Aussagen zu ausländischen Fachkräften aus.

Demnach stimmten nur 17 Prozent der Aussage zu, ausländische Ärzte seien wegen „Sprachschwierigkeiten“ und „anderer kultureller Herkunft“ oft kaum geeignet, deutsche Bürger richtig zu behandeln. 16 Prozent unterstützten die Aussage, die Anwerbung von Fachkräften „aus fremden Kulturen“ führe zu Problemen und gefährde etwa im Gesundheits- und Pflegesektor das Wohl der Patienten.

Auch einige schulpolitische Forderungen der AfD fanden keine deutliche Mehrheit. So stimmten in der Umfrage nur 24 Prozent der Forderung zu, Lehrkräfte sollten bei Meinungsäußerungen von Schülern nicht mehr mit ihrer eigenen Meinung mitdiskutieren dürfen. 31 Prozent befürworteten zusätzliche Beschwerdemöglichkeiten für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler.

Mehr Zustimmung bei Forderungen zu Kirche

Etwas größer war die Zustimmung bei Positionen zum Umgang mit den Kirchen. 44 Prozent unterstützten die Aussage, die Kirchen könnten keine Sonderstellung durch den Einzug der Kirchensteuer und staatliche Leistungen beanspruchen. 37 Prozent befürworteten die Forderung, Einnahmen aus der Kirchensteuer künftig nur noch für Personalkosten und den Erhalt von Gebäuden verwenden zu dürfen.

Die AfD liegt vor der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt in mehreren Umfragen deutlich vorn. In der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der ARD kommt die im Land als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei auf 42 Prozent, die CDU liegt auf Rang zwei nur bei 22 Prozent. Zugleich gibt es seit Wochen Debatten über Inhalte und Umsetzbarkeit ihres Wahlprogramms.

Nach Angaben von RTL und ntv wurden am 13. und 14. August bundesweit 1.007 Menschen befragt. Die statistische Fehlertoleranz lag bei plus oder minus drei Prozentpunkten.

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