Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wegen Kiews Drohnenattacken alle Fluggesellschaften vor Gefahren über Russland gewarnt. „Der russische Luftraum wird vollkommen unsicher“, schrieb Selenskyj am Abend auf X. Die Ukraine drohe dabei jedoch nicht der zivilen Luftfahrt oder einzelnen Flugzeugen.
„Es wird einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen muss“, erklärte der Staatschef. „Der russische Luftraum wird ‚faktisch’ geschlossen.“
Kremlchef Wladimir Putin reagierte noch in der Nacht bei einer Pressekonferenz in Bischkek, der Hauptstadt der zentralasiatischen Republik Kirgistan. Es handle sich um „Staatsterrorismus“, auf den Russland reagieren werde. „Ich weise darauf hin, dass sie uns darum bitten, die Verhandlungen wieder aufzunehmen“, sagte Putin mit Blick auf Äußerungen aus Kiew.
Putin: Keine Verhandlungen mit Terroristen in Kiew
„Sie bitten um persönliche Treffen. Mit Terroristen werden aber keine Verhandlungen geführt“, betonte Putin. Die Verhandlungen unter US-Vermittlung liegen nach seiner Darstellung auf Eis. Allerdings sagte der Präsident, dass insbesondere die von US‑Präsident Donald Trump geschickten Gesandten willkommen seien in Moskau.
Auf eine Frage bei der Pressekonferenz, warum Moskau in Kiew die Führung nicht militärisch auslösche, sagte Putin, dass noch Vertreter für Verhandlungen in Zukunft gebraucht würden.
Erst vergangene Woche hatte Selenskyj den Einsatz von bis zu 1000 weitreichenden Drohnen täglich angedroht. Er bestätigte nun aber auch Medienberichte, wonach die USA für vergangene Woche Dienstag, Mittwoch und Donnerstag um eine Unterbrechung von Angriffen auf Moskau und St. Petersburg gebeten hatten. CIA-Chef John Ratcliffe reiste in der Zeit unangekündigt nach Moskau.
Zudem ersuchte ein weiterer Staat laut Selenskyj um eine Pause für Angriffe auf Wladiwostok. In der russischen Großstadt am Pazifik findet von Dienstag bis Freitag das Östliche Wirtschaftsforum mit internationalen Gästen und einem Auftritt Putins statt. Ukrainische Angriffe sind in der über 6000 Kilometer von der Ukraine entfernten Region des Fernen Ostens bisher nicht bekannt.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion und greift in ihrem Abwehrkampf immer wieder mit Drohnen auch weit entfernte Ziele im russischen Hinterland an.
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