Von den UN weiter zur renommierten US-Universität: Annalena Baerbock freut sich über ihr neues Leben in New York. „Ich liebe mein Heimatland, und vor allem bleibe ich im Herzen Dorfkind“, sagte die frühere Bundesaußenministerin und Präsidentin der UN-Vollversammlung der deutschen Ausgabe des Musikmagazins „Rolling Stone“. „Aber gerade tut mir eine Großstadt wie New York mit ihrer Anonymität saugut, wo man einfach eine von Millionen ist und nicht ständig medial beobachtet und bewertet wird.“
Vor zwei Wochen endete ihre Amtszeit bei den Vereinten Nationen, in wenigen Wochen tritt Baerbock ihre Professur an der Columbia University an. Sie werde mit ihren Studenten „das teilen, was ich bei den UN in diesen stürmischen geopolitischen Zeiten erlebt habe.“
Vor allem aber freue sie sich darauf, wieder mehr Zeit für ihre beiden Töchter zu haben, „für die es natürlich nicht nur schön war, dass jeder ihre Mutter kannte und vor allem auch jeder eine Meinung zu ihr hatte.“
Neue Wohnung in Manhattan
Mit den beiden Töchtern hat Baerbock gerade eine neue Wohnung in Manhattan bezogen. „Ich habe in meiner vorherigen Lebensphase meinen Beruf an erste Stelle gesetzt. Jetzt setze ich meine Kinder wieder an die erste Stelle“, sagt Baerbock in dem Interview, das am kommenden Freitag erscheint. „Die beiden hätten sicherlich eine ruhigere Kindheit gehabt, wenn ihre Mutter nicht Spitzenpolitikerin gewesen wäre.“ Darüber beklage sie sich nicht, es sei eine freie und bewusste Entscheidung gewesen.
Dass sie irgendwann nach Deutschland zurückkehren werde, glaubt die 45 Jahre alte Hannoveranerin schon. Sie vermisse „deutsche Hausmannskost“ in New York, vor allem „Iglo-Rahmspinat für Kartoffeln und Spiegelei.“
Und dass sie auch aus der Ferne stets die deutschen Verhältnisse im kritischen Blick hat, versteht sich für die Grünen-Politikerin auch von selbst: „Dass in Teilen unseres Landes Rechtsextremisten der AfD stärkste Kraft sind, kann niemanden, der seine Heimat, unsere Freiheit und Demokratie liebt, ruhig schlafen lassen“, sagte Baerbock dem „Rolling Stone“ dann auch noch: „egal wie weit man weg ist.“
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