Frankreich hat erstmals seine modernisierte, U‑Boot-gestützte Interkontinentalrakete getestet. Die Rakete vom Typ M51.3 sei vor der Küste der Bretagne vom Atom-U-Boot „Le Vigilant“ aus gestartet worden, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Paris mit. Der Test habe dazu gedient, die Einsatzbereitschaft des U-Boots nach einer umfassenden Wartung zu bestätigen. Das Ministerium betonte, der Start sei ohne nuklearen Sprengkopf und unter strikter Einhaltung internationaler Verpflichtungen erfolgt.
Der Test fand vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen mit Russland statt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte jüngst gedroht, die russische Exklave Kaliningrad im Ernstfall mit Atomwaffen zu verteidigen. Die Nato erklärte ihrerseits, keine ihrer Aktivitäten stelle eine Bedrohung für Russland dar.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete den Raketentest als klares Signal. „Heute sind wir stärker“, sagte er in einem Video auf der Plattform X, das ihn bei der Beobachtung des Starts zeigt. Die Botschaft sei laut und deutlich dorthin geschickt worden, wo sie empfangen werden müsse. „Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden. Und um gefürchtet zu werden, muss man mächtig sein“, ergänzte der Präsident. Macron hatte im März angekündigt, das französische Atomwaffenarsenal auszubauen, und den europäischen Partnern eine engere Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung angeboten.
Frankreich verfügt über rund 290 atomare Sprengköpfe und unterhält damit das viertgrößte Arsenal weltweit. Zum Vergleich: Großbritannien besitzt 225 nukleare Sprengköpfe, während die USA und Russland jeweils über mehr als 5000 verfügen.
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