Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat vor einer drohenden Ölkatastrophe an den europäischen Küsten ​durch die sogenannte russische Schattenflotte gewarnt. Die Schiffe seien „ökologische Zeitbomben“, da sie oft ⁠alt, schlecht gewartet und unzureichend versichert seien, sagte Kallas gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die nächste große Ölkatastrophe an unseren Küsten von der Schattenflotte ausgehen wird“, so Kallas. Die Flotte diene zudem der ⁠Finanzierung des ​russischen Krieges ‌gegen die Ukraine und sei in der Vergangenheit als Ausgangspunkt für hybride Angriffe genutzt worden.

Die Europäische Union (EU) hat im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte Kallas zufolge in den vergangenen Monaten sechs Inspektionen vorgenommen. Jeder dieser Einsätze an Bord koste Russland Zeit und Geld, erklärte die Chefdiplomatin.

Der größte ‌Druck auf Moskau entstehe jedoch durch diplomatische Maßnahmen, ⁠erklärte sie ​weiter. So hätten afrikanische Länder auf Bitte der EU Hunderte Schiffe aus ⁠ihren Registern gestrichen. „Der Verlust der Flagge macht einen Tanker anfälliger für Inspektionen und Festsetzungen und führt dazu, dass Behörden, Versicherer, Banken ‌und Händler zögern, mit ⁠ihm Geschäfte ‌zu tätigen“, ​so Kallas. ⁠Bislang habe ​die EU rund 670 Schiffe mit Sanktionen belegt. Die ‌EU ​hatte ihre Marine-Mission Irini vor drei Monaten auf ‌die ‌Bekämpfung der russischen Schattenflotte ausgeweitet.

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